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Kommentar : Kinder ohne Schutz

Die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik zur Gewalt gegen Kinder sind erschreckend. Das liegt auch daran, dass sich die Täter vor Polizei und Justiz kaum fürchten müssen.

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          Es sagt sich leicht, dass jede Form von Gewalt gegen Kinder zu verabscheuen sei, erst recht jede Art sexueller Gewalt. Doch lässt sich an den jüngsten Skandalen, von Kloster Ettal über die Odenwaldschule bis zum Fall Edathy, ablesen, wie gering das Unrechtsbewusstsein in einer Gesellschaft ausgeprägt ist, in der Sex mehr denn je zu einer Ware unter vielen geworden ist.

          Ein Spiegel der körperlichen und seelischen Grausamkeiten gegen schutz- und wehrlose Kinder ist die polizeiliche Kriminalstatistik. Die verzeichnet nicht nur Kapitaldelikte, sondern lässt sich auch als Gradmesser für das Ausmaß sexueller Gewalt wie von Kinderpornographie lesen. Erschreckend ist dabei nicht nur der Anstieg des Anteils kleiner Kinder unter den Opfern.

          Auch der geringe Rückgang der erfassten Fälle von Besitz und Verbreitung kinderpornographischen Materials lässt erschauern – „trotz massiver öffentlicher Aufmerksamkeit“, wie BKA-Präsident Münch zu bedenken gibt. Wirklich? Vor Polizei und Justiz müssen sich die Täter kaum fürchten, und sei es nur, weil deren Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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