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Kindesmissbrauch in der Kirche : Der Irrweg eines alten Papstes

Nicht erst durch die Kulturrevolution der sechziger Jahre kam es zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. (Symbolbild) Bild: dpa

Papst Benedikt XVI. gibt den Achtundsechzigern die Schuld an den Missbrauchsfällen in der Kirche. Doch sexueller Missbrauch gehört schon zur Gründungsgeschichte der Reformpädagogik – und zur Geschichte der katholischen Kirche.

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          Die neue Schrift des alten Papstes zum sexuellen Missbrauch ist nicht eben arm an Kollateralhumor. Man muss ihn allerdings selbst mitbringen. Die vielleicht putzigste Stelle: wo Josef Ratzinger den Krebstod des Schweizer Moraltheologen Franz Böckle am 8. Juli 1991 dem „gütigen Gott“ zuschreibt. Der habe Böckle durch diese (vielleicht doch ein wenig robuste?) Maßnahme die Ausführung eines Entschlusses „erspart“, den Ratzinger falsch fand. Böckle wollte öffentlich vertreten, dass es keine Handlungen gebe, die unter allen Umständen schlecht seien. Ratzinger dagegen befindet jetzt, ein Leben, das durch die Leugnung Gottes erkauft wäre, „ein Leben, das auf einer letzten Lüge beruht, ist ein Unleben“.

          Verstörend lustig ist auch, wie Ratzinger beschreibt, was nach 68 geschah, als in den Schulen „Auswüchse im Bereich der Kleidung“ Aggression hervorriefen. Ich erinnere mich noch gut an die Auswüchse im Bereich durchsichtiger Blusen. Aber an die Aggression eigentlich nicht so. Nun gut.

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