https://www.faz.net/-gpf-9b13b

Betreuung junger Flüchtlinge : Kinderschutzbund wehrt sich gegen Mitarbeit von Rechtspopulisten

  • Aktualisiert am

Das Logo des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Bild: dpa

Der Deutsche Kinderschutzbund stellt sich gegen Rechtspopulisten, die in dem Verband Fuß fassen wollen – bei der Betreuung minderjähriger Flüchtlinge. „Wir wollen nicht, dass AfD-Funktionäre bei uns mitarbeiten“, sagt DKSB-Präsident Hilgers.

          Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) setzt sich gegen Unterwanderungsversuche von rechts zur Wehr. Man wisse, „dass aktuell rechtspopulistische Organisationen versuchen, im Deutschen Kinderschutzbund Fuß zu fassen“, heißt es in einer Resolution, die auf der jährlichen Mitgliederversammlung einstimmig verabschiedet wurde, berichtete der „Spiegel“ am Samstag.

          Rechtspopulisten hätten dazu „aufgefordert, sich im DKSB als Vormünder für unbegleitete minderjährige Geflüchtete zu bewerben und ausbilden zu lassen, um in der Arbeit mit den jungen Menschen ihr Wertebild zu propagieren“. Die rechtsextreme „Identitäre Bewegung Hamburg“ hatte beispielsweise Anfang des Jahres ihren Gefolgsleuten geraten, Flüchtlingsvormund zu werden.

          Ein „fachlich fundierter und zivilgesellschaftlich verankerter Kinderschutz“ sei, so die Resolution, mit „rechtspopulistischen Ideologien“ unvereinbar. Damit ist auch die AfD gemeint. „Wir wollen nicht, dass AfD-Funktionäre bei uns mitarbeiten“, sagt DKSB-Präsident Heinz Hilgers. „Das haben wir mit diesem Beschluss deutlich zum Ausdruck gebracht.“

          Die ursprünglich aus Frankreich stammende „Identitäre Bewegung“ ist seit 2012 auch in Deutschland aktiv. Die Gruppe macht gegen eine „Masseneinwanderung“ und eine „Islamisierung Europas“ mobil, oft auch mit spektakulären Protestaktionen. Die Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

          Laut der Einschätzung der Behörde nutzen die Aktivisten bei ihrem fremdenfeindlich motivierten Engagement moderne Kommunikationskanäle und sind besonders im Internet aktiv. Die sogenannten Identitären wollten so vor allem junge Menschen gewinnen.

          Weitere Themen

          Schalten Sie den Leuchtturm an

          FAZ Plus Artikel: Isolierung Taiwans : Schalten Sie den Leuchtturm an

          Taiwan appelliert im Streit mit China um die Anerkennung seiner Unabhängigkeit an die internationale Gemeinschaft – diese verhält sich jedoch weitgehend zurückhaltend. Amerika setzte kürzlich ein starkes Zeichen der Unterstützung.

          Unruhen nach Festnahmen von Nationalgardisten Video-Seite öffnen

          Venezuela : Unruhen nach Festnahmen von Nationalgardisten

          In Caracas kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, nachdem Mitglieder der Nationalgarde Waffen gestohlen und eine Meuterei versucht hätten, so Angaben der Regierung. Seit Monaten kommt es zu Protesten gegen die Regierung.

          Panama erwartet 150.000 Pilger

          Katholischer Weltjugendtag : Panama erwartet 150.000 Pilger

          Am Dienstag beginnt das sechstägige Großereignis rund um den katholischen Weltjugendtag in Panama. Das Schwellenland will sich angesichts der weltweiten Aufmerksamkeit in Bestform präsentieren.

          Alte Freundschaft neu besiegelt Video-Seite öffnen

          Elysée 2.0 - Aachener Vertrag : Alte Freundschaft neu besiegelt

          Kanzlerin Merkel und Präsident Macron haben den „Aachener Vertrag“ unterschrieben, der eine Ergänzung des Elysée-Vertrags von 1963 darstellt. Der Vertrag soll die Absicht besiegeln, in gleich mehreren Politikfeldern zusammenzuarbeiten.

          Topmeldungen

          Brexit : Übernimmt das Unterhaus die Kontrolle?

          Am kommenden Dienstag stimmen die Abgeordneten des britischen Unterhauses über das weitere Vorgehen in Richtung Brexit ab. Die Änderungsanträge zur „neutralen Vorlage“ der Regierung haben es in sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.