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Kinderehen : Die eigene Ordnung

Der Schutz von Kindern gehört zur hiesigen „ordre public“. Sie hat Vorrang vor (quasi) religiösen Vorgaben. Das müssen alle akzeptieren, die in Deutschland leben wollen.

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          Es ist Zeit, aufzuwachen. Das Beispiel der Kinderehen zeigt, dass erprobte Regeln nicht ohne Not über Bord geworfen werden sollten; etwa die 2009 abgeschaffte Vorschrift, dass einer kirchlichen Trauung die standesamtliche vorausgehen muss.

          Dass Ehen zwischen Minderjährigen in bestimmten Fällen anerkannt wurden, ist nicht neu. Bei Auslandsbezug greift das internationale Privatrecht – und so kann auch die Scharia Eingang nach Deutschland finden. Aber natürlich nur in den Grenzen der hiesigen „ordre public“. Was dazu gehört? Darüber muss man sich gerade in diesen Zeiten im Klaren sein. Der Schutz der Kinder und die Gleichberechtigung von Mann und Frau sind keine Verfügungsmasse. Sie haben Vorrang vor fremden Traditionen und, jawohl, auch vor (quasi)religiösen Vorgaben.

          Das heißt nicht, dass man alle Fälle über einen Kamm scheren muss; das wäre rechtsstaatlich fragwürdig. Aber es gilt, eine Lanze für die Werte zu brechen, die alle akzeptieren müssen, die in Deutschland leben wollen. Wer die eigene Ordnung aufgibt, dem ist nicht zu helfen – und der kann auch niemandem mehr helfen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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