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Kinderbetreuung : Krippen haben zu wenig Personal

  • -Aktualisiert am

Traumquote: zwei Erzieherinnen für vier Kinder Bild: dpa

Im Osten Deutschlands gibt es zwar genug Krippenplätze, aber eine schlechte Betreuungs-Qualität für Kinder unter drei Jahren. Im Westen sind zwar die Personalschlüssel besser, aber es fehlen Plätze.

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          Die Personalausstattung in Kinderkrippen ist je nach Bundesland extrem unterschiedlich. Während in Bremen, dem Vorreiter unter den Bundesländern in dieser Hinsicht, eine Vollzeitkraft im Schnitt  3,1 Kinder unter drei Jahren ganztags betreut, kommen in Sachsen-Anhalt 6,5 Kleinkinder auf eine Erzieherin. Eltern finden dort zwar hinreichend Krippenplätze, aber mit der schlechtesten Betreuungsrelation in Deutschland. Das ist das Ergebnis des  „Länderreports Frühkindliche Bildungssysteme“, das die Bertelsmann-Stiftung an diesem Donnerstag veröffentlicht hat.

          Im bundesweiten Durchschnitt beträgt demnach der Personalschlüssel in Krippen 1:4,5. Das bedeutet aber nicht, dass beständig eine Erzieherin für vier bis fünf Kinder da wäre. Denn man muss noch Fehlzeiten, Elterngespräche und Vorbereitungszeit abziehen, was zusammen etwa ein Viertel der Arbeitszeit ausmacht.

          Drei Kinder pro Erzieherin wird empfohlen - aber nicht erreicht

          Als empfohlener Standard gelten drei Kinder unter drei Jahren auf eine Erzieherin. Im Westen ist der Personalschlüssel in der Regel besser als im Osten, aber unterhalb der Empfehlung. Sie liegt zum Beispiel in Baden-Württemberg bei 1:3,3, in Bayern bei 1:3,9, in Hessen bei 1:3,8 und in Nordrhein-Westfalen bei 1:3,4. Im Osten liegt der Personalschlüssel zum Beispiel in Brandenburg bei 1:6,2, in Mecklenburg-Vorpommern  bei 1:5,7  und Sachsen (1:6,1). 

          Im bundesweiten Durchschnitt beträgt der Personalschlüssel in Krippen 1:4,5
          Im bundesweiten Durchschnitt beträgt der Personalschlüssel in Krippen 1:4,5 : Bild: dpa

          Ab dem 1. August gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.  „Bisher hat der Westen hat nicht genug Krippenplätze, im Osten muss hauptsächlich mehr in Qualität investiert werden“, sagte Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Seiner Einschätzung nach verschlechtern sich die Bildungschancen der Ein- bis Dreijährigen, wenn sie in großen Gruppen zusammen mit älteren Kindern betreut werden, weil dort der Personalschlüssel noch schlechter ist. Denn je weniger Kinder eine Erzieherin zu betreuen habe, umso mehr Zeit bleibe für „bildungsanregende Interaktionen und Aktivitäten“. So könnten die Kinder ihre sprachlich-kognitiven und sozialen Fähigkeiten besser entwickeln.

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