https://www.faz.net/-gpf-9x8bg

Carla-Josephine S. vor Gericht : Die Konvertitin, die ihre Kinder in den IS-Terrorstaat verschleppte

  • -Aktualisiert am

Prozessbeginn am Oberlandesgericht Düsseldorf gegen Carla-Josephine S., die mit ihren Kindern nach Syrien ausreiste, um den IS zu unterstützen. Bild: Reuters

2015 reiste Carla-Josephine S. nach Syrien, um den IS zu unterstützen – mit ihren zwei Töchtern und ihrem kleinen Sohn. Den schickte sie in ein Terrorlager. 2018 wurde er getötet. Nun steht die Mutter vor Gericht.

          3 Min.

          Als am Freitagmorgen im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf die Anklage verlesen ist, beginnt Carla-Josephine S. mit ihrem Geständnis: Ja, es stimme, sie sei 2015 in Richtung Syrien gereist. In ihren salafistischen Kreisen habe sie damals „nicht so viel Schlechtes von Syrien“ gehört, sagt die 32 Jahre alte Deutsche aus Oberhausen. Nicht nur ihre beste Freundin, sondern noch weitere Bekannte seien in das Land gegangen und hätten dort zeitweise „ganz normal gelebt“. Ihr sei es in erster Linie darum gegangen, aus Deutschland wegzukommen. Denn als strenggläubige, vollverschleierte Salafistin sei sie in Deutschland übel angefeindet worden.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Carla-Josephine S., die mit 18 Jahren zum Islam konvertierte, muss sich als mutmaßliche Terroristin des „Islamischen Staats“ vor Gericht verantworten. Anders als mit männlichen IS-Rückkehrern tat sich die deutsche Justiz mit Heimkehrerinnen zunächst schwer. Lange mussten sie kaum mit Strafverfolgung rechnen. Das freiwillige Leben im „Gottesstaat“ begründe noch keine IS-Mitgliedschaft, hieß es zunächst in der Rechtsprechung.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der französische Präsident Emmanuel Macron am 1. März 2021 in einem Impfzentrum in Bobigny in der Nähe von Paris

          Corona-Krise in Frankreich : Der Präsident als Chefvirologe

          Im Kampf gegen die Pandemie richtet sich Frankreichs Präsident immer weniger nach dem Urteil seiner wissenschaftlichen Berater. Stattdessen lässt sich Emmanuel Macron selbst als Corona-Fachmann inszenieren. Das sorgt nicht nur bei Ärzten für Unmut.