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Kritik an Ämtern : Verschenke deine Jugend

Suratsch Sarwari von Landesheimrat und Sozialpädagoge Frank Dorsch-Irslinger im Gespräch. Bild: Frank Röth

Zehntausende Kinder und Jugendliche leben in Pflegefamilien und Heimen. Oft müssen sie einen Teil der Betreuungskosten übernehmen. Das belastet sie.

          Suratsch Sarwari ist 18 Jahre alt und macht eine duale Ausbildung: Realschule plus Abschluss im Gastgewerbe, so weit, so normal. Doch Sarwari lebt in einem Heim für Kinder- und Jugendliche in Wiesbaden. Dafür muss er, so wie viele andere junge Menschen in Deutschland, zahlen. 75 Prozent seiner Ausbildungsvergütung. Von 480 Brutto bleiben ihm seinen Angaben zufolge nur etwa 80 Euro. Der Rest geht an das Jugendamt. Das, sagt er, motiviere nicht sonderlich. Er kenne einige Personen, die keine Lust mehr hätten zu arbeiten. Viele säßen in Berufsschulklassen mit Kollegen zusammen, die ganz andere Summen nach Hause brächten.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Junge Menschen, die in einem Heim oder einer Pflegefamilie leben und eine Arbeit oder Ausbildung aufnehmen, müssen drei Viertel ihres Einkommens als Kostenbeitrag abgeben. In Deutschland lebten Ende 2017 mehr als 91 000 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien, rund 148 000 in Heimen oder anderen betreuten Wohnformen. Ihre Anzahl stieg in den vergangenen Jahren stark an, 2008 waren es noch 66 000 beziehungsweise 86 000 Kinder und Jugendliche. Wie viele von ihnen einer Beschäftigung nachgehen oder eine Ausbildung machen, ist aktuell nicht bekannt. 2005 waren es rund 45 Prozent. Heute dürfte der Anteil auf einem ähnlichen Niveau liegen. Die meisten von ihnen dürften einen Großteil ihres Verdiensts abgeben. Auch Erbschaften gehen zu großen Teilen an die Jugendämter. Viele der Kinder und Jugendliche haben einen Lebensweg, der weit schwieriger ist als der von jenen, die bei ihren Eltern aufwachsen. Warum müssen sie dann noch zahlen?

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          Was zum Leben übrig bleibt: Von 480 Euro brutto bleiben Sarwari nach eigenen Angaben nur etwa 80 Euro monatlich. Der Rest geht an das Jugendamt.

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