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Kieferorthopädie : 40 Prozent der Kinder haben schiefe Zähne

Fast jedes zweite Kind sollte laut einer neuen Studie kieferorthopädisch behandelt werden. Bild: Frank Röth

Fast jedes zweite Kind sollte laut einer neuen Studie kieferorthopädisch behandelt werden. Zahnärzte sehen das als Beleg, dass es keine Überversorgung gibt.

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          Etwa 40 Prozent der acht und neun Jahre alten Kinder in Deutschland sollten von einem Kieferorthopäden behandelt werden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie vom Institut der Deutschen Zahnärzte, der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie. Sie wird an diesem Freitag in Berlin vorgestellt und liegt der F.A.Z. vor.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Etwas mehr als 700 Kinder im entsprechenden Alter wurden zufällig ausgewählt und untersucht. Zahnfehlstellungen werden je nach Schwere einer von fünf Stufen zugeordnet. Bei knapp 60 Prozent der Kinder stellten die Ärzte nur leichte Fehlstellungen der Kategorien 1 und 2 fest, die entweder nur aus ästhetischen Gründen korrigiert werden müssen oder deren medizinische Bedeutung so gering ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Behandlung nicht übernehmen.

          Kritik am Behandlungsbedarf

          In schwereren Fällen zahlen die Kassen die Behandlungskosten bis zum Ende des 17. Lebensjahrs. Zehn Prozent der Kinder wiesen ausgeprägte Fehlstellungen auf, die Grad 3 entsprechen. Jedes vierte Kind hatte sogar stark ausgeprägte Fehler, bei denen eine Behandlung dringend erforderlich ist (Grad 4). Extreme Fehlstellungen wiesen fünf Prozent der Kinder auf (Grad 5).

          In der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik, dass unklar sei, wie groß der kieferorthopädische Behandlungsbedarf wirklich ist. Der Bundesrechnungshof stellte 2018 fest, dass die Kassen pro Jahr 1,1 Milliarden Euro für kieferorthopädische Leistungen ausgeben.

          Gleichzeitig betonten die Prüfer die „intransparente Datenlage“ zur kieferorthopädischen Versorgung und empfahlen, entsprechende Daten zu erheben. Das Bundesgesundheitsministerium und die Kassen besäßen „kaum Einblick in das konkrete Versorgungsgeschehen“, hieß es damals.

          Für Wolfgang Eßer, den Vorstandsvorsitzenden der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, belegt die Studie, dass es „anders als behauptet keine Überversorgung gibt“. Kinder mit kieferorthopädischem Behandlungsbedarf litten auch häufiger an Karies als Kinder ohne Zahnfehlstellungen.

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