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Nach Steinbrücks Vorbild : Juso-Chef zeigt der CDU den Stinkefinger

  • Aktualisiert am

Kevin Kühnert, Vorsitzender der Jusos, kommt am 13. Februar zu den Sitzungen von SPD-Präsidium und Parteivorstand im Willy-Brandt-Haus. Bild: dpa

Kevin Kühnert reagiert auf eine Frage zur CDU mit einem ausgestreckten Mittelfinger. Vor ihm haben das schon einige prominente Sozialdemokraten getan. Nicht immer kam das gut an.

          Kevin Kühnert bedenkt die CDU mit einem Gruß der besonderen Art. Am Freitag erscheint im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ eine weitere Ausgabe des Ohne-Worte-Interview-Formats „Sagen Sie jetzt nichts“. Prominente dürfen dort nur mit Gestik und Mimik antworten. Diesmal also der Juso-Chef.

          Eines der Fotos hat das Magazin schon vorab im Netz verbreitet. Auf die Frage „In CDU-Führungsrunden nennt man Sie offenbar den „niedlichen Kevin“. Einverstanden?“ antwortet Kühnert da mit einem: Stinkefinger.

          Es ist keine aggressive, sondern eher eine gelangweilte Stinkefinger-Geste: der Gesichtsausdruck eher müde, der Mittelfinger gegen die Lippen gepresst. Bei Twitter ließ Kühnert wissen, das Motiv sei ein „Gruß“ an die CDU. Er erinnert an eine Reihe früherer Stinkefinger-Protagonisten der SPD.

          Kühnert erlebte in den vergangenen Wochen der SPD-Misere einen rasanten Aufstieg – mit einem konsequenten und wohlformulierten Anti-GroKo-Kurs, der in krassem Gegensatz zum Hin und Her der Parteiführung steht. Der Juso-Chef musste sich dabei auch einigen Spott anhören, vor allem aus der Union. Dort versuchten manche, ihn lächerlich zu machen – als jugendlichen Knilch, als Anführer eines Zwergenaufstandes, als nicht ernstzunehmenden Halbstarken.

          Auf solche Herabwürdigungsversuche reagierte er nun mit dem Mittelfinger. Ausgerechnet er also, der sich sonst in der Debatte eher mit sachlichen, aber pointierten – und immer geschliffenen – Wortmeldungen hervortut.

          Der Juso-Obere reiht sich nun ein in eine prominente Riege von Stinkefinger-Genossen. 2013 grüßte der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kurz vor der Bundestagswahl mit einem Stinkefinger vom Titel des SZ-Magazins. Er wurde damals im gleichen Interview-Format nach fiesen Spitznamen gefragt und entschied sich als Antwort für den ausgestreckten Mittelfinger plus genervtem Gesichtsausdruck.

          Viele – gerade bei Union und FDP – fanden das nicht besonders lustig und hielten Steinbrück vor, er habe sich damit als Anwärter auf das Kanzleramt disqualifiziert. Aus dem Regierungs-Chefposten wurde dann auch nichts für Steinbrück.

          Auch ein anderer Genosse handelte sich mit der Geste Probleme ein: der damalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD), der im Jahr 2000 bei der Weltausstellung Expo Jugendlichen den Mittelfinger zeigte. Die hatten ihn gefragt: „Wer bist’n du?“. Clement tat das zwar später als „Flachs“ ab, bekam aber Ärger im Landesparlament.

          Zuletzt machte 2016 der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel Schlagzeilen mit einem Stinkefinger. Er hielt damals rechten Pöblern, die ihn als „Volksverräter“ beschimpften, den ausgestreckten Mittelfinger hin. Angesichts der Zielgruppe seiner Geste bekam Gabriel für die Aktion aber auch einige Anerkennung.

          Und Kühnert? Bei ihm stößt die Aktion im Netz auf unterschiedliche Reaktionen. Die CDU-Zentrale sagt dazu erst mal: nichts.

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