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Kinder von Unbekannten bedroht : Kerpener Bürgermeister verzichtet auf weitere Kandidatur

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Dieter Spürck ist seit Oktober 2015 Bürgermeister der Kolpingstadt Kerpen. Bild: CC BY-SA 4.0/Wikipedia

Der CDU-Politiker hatte anonyme Drohungen gegen seine Kinder erhalten. Nun möchte Dieter Spürck sich nicht wieder im nordrhein-westfälischen Kerpen zur Wahl stellen. Er beklagt eine „zunehmende Verrohung in der Gesellschaft“.

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          Kerpens Bürgermeister Dieter Spürck (CDU) verzichtet nach Drohungen gegen seine Familie auf eine erneute Kandidatur. Es gebe eine „zunehmende Verrohung in der ganzen Gesellschaft“, sagte der 53-Jährige dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Donnerstag. „Soweit mich das selbst betrifft, halte ich das für ein tragbares Berufsrisiko, aber nicht für meine Frau und meine Kinder“, fügte der CDU-Politiker hinzu.

          In seinem Briefkasten fand er demnach die Nachricht, dass seine „Kinder es zu spüren“ bekämen, wenn er sich nicht „intensiver für den Hambacher Wald einsetzen“ würde. Ebenfalls sei er von Gegnern der Flüchtlingspolitik bedroht worden: Wenn einem Kind in Kerpen etwas geschehe, dann werde das seinen Kindern „ebenfalls so gehen“, habe die Drohung gelautet. Spürck hat selbst zwei Kinder.

          „Es gab Ankündigungen, mir die Mafia auf den Hals zu hetzen oder sich bei mir zu Hause einzuquartieren“, berichtete der Bürgermeister weiter. Auch habe er seit Übernahme des Bürgermeisteramts 2015 immer wieder Schrammen an seinem Auto vorgefunden. Zudem sei die Luft auf seinen Reifen gelassen worden, an der Tür des Rathauses seien Beschimpfungen gehängt worden. Insgesamt sei Politik „teilweise ein sehr dreckiges Geschäft geworden“, beklagte Spürck.

          Im Januar war bekannt geworden, dass der Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Kamp-Lintfort, Christoph Landscheidt (SPD) wegen Bedrohungen aus der rechten Szene einen Waffenschein beantragt hatte – diesen Antrag zog der SPD-Politiker inzwischen zurück. Sein Vorgehen hatte eine bundesweite Debatte über den Umgang mit Drohungen gegen Amtsträger ausgelöst.

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