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Keine Neuinfektionen : Erfolg dank Bündel-Strategie

  • -Aktualisiert am

Stadtoberhaupt mit Maske: Jenas Bürgermeister Thomas Nitzsche Bild: Getty

Vor gut zwei Wochen verpflichtete Jena seine Einwohner unter anderem zum Tragen eines Mundschutzes. Viele hielten das für reine Symbolpolitik. Doch die Maßnahmen wirken.

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          Erster zu sein, ist unter normalen Umständen gern gesehen, der Erste mit unpopulären Maßnahmen zu sein, dagegen oft ungeheuer schwer. So war es auch, als die Stadt Jena Anfang April als erste Stadt in Deutschland ihren Einwohnern die Pflicht auferlegte, in der Öffentlichkeit und insbesondere beim Einkauf sowie in Bussen und Bahnen Mund und Nase zu bedecken. Die Thüringer Gesundheitsministerin fand das übertrieben: Eine einfache Maske bringe kaum Schutz und vermittle ein falsches Sicherheitsgefühl, sagte Heike Werner (Linke). Jens Spahn (CDU), der Bundesgesundheitsminister, hielt nichts von verpflichtendem Mund-und-Nasenschutz, auch die Weltgesundheitsorganisation riet ab, und der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung geißelte eine solche Pflicht als „reine Symbolpolitik“.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          In Jena allerdings waren Mitte März die Infektionszahlen nach oben geschnellt, sie waren höher als in allen anderen thüringischen Städten und Landkreisen. In dieser Lage rieten das städtische Gesundheitsamt und die Universitätsklinik zum Mund-und-Nasenschutz, Motto: Keine Maske ist schlechter als wenigstens irgendeine. Und Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) besaß die Traute, das auch umzusetzen. Masken hatte die Stadt nicht zu bieten, aber sie appellierte an die Eigenverantwortung der Bevölkerung, sagt Stadtsprecher Kristian Philler. „Wir haben darauf gesetzt, dass die Menschen sich selbst helfen. Das war ein hohes Risiko und hätte auch daneben gehen können.“ Die Stadt verteilte lediglich 2000 Masken an Bedürftige über ihre Ortsämter, die Mehrzahl der gut 110.000 Einwohner aber sah sich dennoch gerüstet, es wurden schließlich auch Schals und Halstücher akzeptiert, oder vielmehr „jeder Schutz, der aufgrund seiner Beschaffenheit geeignet ist, ein Ausbreitung von Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen und Aussprache zu verhindern“.

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