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Einspruch exklusiv : Keine Kita-Gebühren im Lockdown

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Eltern für nicht erbrachte Betreuungs- und Bildungsleistungen zahlen zu lassen, verletzt nicht nur fundamentale Gerechtigkeitsvorstellungen, sondern auch geltendes Recht. Bild: dpa

Entgegen dem Eindruck, den die Entscheidungsträger in Politik und Sozialverbänden gern erwecken, sind Eltern nicht verpflichtet, Gebühren für geschlossene Kitas oder Kindergärten zu zahlen. Ein Gastbeitrag.

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          Seit Wochen schon sind die Kindergärten und Kindertagesstätten der Republik dicht. Die Leidtragenden sind zuerst die Kleinsten unserer Gesellschaft: Denn die Einrichtungen sind nicht bloß Verwahranstalten, sondern leisten wertvolle frühkindliche Bildungsarbeit. Der Ausfall des Kita-Betriebs setzt aber Familien insgesamt und dabei häufig auch die Beziehungen junger Eltern unter heftigen Stress: Praktisch das gesamte Zusammenleben muss binnen kurzer Frist neu organisiert und vor allem priorisiert werden. Denn Arbeiten von Zuhause und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen, verlangt von erwerbstätigen Eltern mindestens Nachtschichten und läuft regelmäßig auf die Quadratur des Kreises hinaus.

          Doppelt gestraft sind diejenigen, die sich schon vor Schließung der Kitas verantwortungsvoll verhalten und ihre berufliche Tätigkeit nach Möglichkeit nach Hause verlagert haben – anders als viele ihrer Kolleginnen und Kollegen, wie jüngste Studien nahelegen. Wenn die Eltern aushandeln müssen, wer fortan tagsüber die Hege und Pflege der Kinder im Schwerpunkt übernimmt, haben die häufig leider noch immer weniger verdienenden Mütter in der Regel das Nachsehen. Erste Stimmen befürchten einen gesellschaftspolitischen Rückfall um Jahrzehnte. Das alles gilt natürlich umso mehr für Alleinerziehende.

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