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Fridays for Future : Lieber Klimajugend als Coronamuffel

Auf der Klima-Demonstration in Berlin Bild: EPA

In Corona-Zeiten zeigt sich, was Verantwortungsgefühl ist: „Fridays for Future“ und die Jugend haben jedenfalls mehr davon als die Corona-Muffel.

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          In die internationale Klimadiplomatie ist Bewegung geraten, seit Chinas Staatschef Xi Jinping vor den Vereinten Nationen angekündigt hat, sein Land wolle noch vor 2060 klimaneutral sein. Das hört sich auf den ersten Blick wie eine Sensation an, die durchzusetzen sich selbst die Aktivisten von „Fridays for Future“ wohl nicht zugetraut hätten. Auf den zweiten Blick bedeutet es für die Klimapolitik aber nur, dass die Ziele, die sie sich steckt, nicht mehr ganz so utopisch sind wie bisher.

          China ist schon jetzt der größte Emittent von Kohlendioxid und baut ein Kohlekraftwerk nach dem anderen – zu schweigen von einer Industrieproduktion, die in wenigen Jahren in die Luft pustet, wofür andere Staaten ein ganzes Jahrhundert brauchten. Das soll bis 2030 so weitergehen, erst dann, so Xi Jinping, soll der Höhepunkt der Emissionen erreicht sein. Für den Rest der Welt, erst recht für die Europäer und noch viel mehr für die Deutschen, bedeutet das chinesische Feuerwerk, dass ihre Löscharbeiten noch so ehrgeizig sein können, sie bleiben der buchstäbliche Tropfen auf den heißen Stein.

          Die Demonstrationen von „Fridays for Future“ stehen deshalb unter demselben Rechtfertigungsdruck wie die EU-Politik, die ihre Klimaziele noch einmal verschärft. Die Kräfte, die dadurch gebunden, um nicht zu sagen: verschwendet werden, würden anderswo gewiss bessere Werke vollbringen. Wohin Aktionismus führt, ist an der Energiewende zu sehen. Auch sie verliert sich in utopischen Zielen, was etwa die Zahl der Windanlagen angeht und die Geschwindigkeit, mit der sie gebaut werden müssten.

          Im Unterschied zur Politik ficht das die jugendlichen Demonstranten, die in aller Welt am Freitag auf die Straße gingen, aber nicht an. Es ist ihre Zukunft, um die es geht. Sie erleben in Corona-Zeiten, wozu Staaten in der Lage sind – und wie Leute darin wirken, deren Engagement nur darin besteht, nicht wahrhaben zu wollen, worum es geht.

          Angesichts der Verantwortungslosigkeit des Widerstands gegen die Corona-Politik sehnt man sich fast schon wieder nach dieser Jugend und nach dem nächsten Freitag. Auch danach, dass man das Jahr 2060 noch miterleben dürfte.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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