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Kein EM-Qualifikationsspiel in Bremen : Anmaßung des DFB

Bremen wird die Austragung eines Qualifikationsspiels zur Fußball-EM entzogen. Der größte Sportverband der Welt meint offenbar, staatliche Institutionen seien ihm untertan.

          Über den Plan des Landes Bremen, bei sogenannten Risiko-Fußballspielen künftig vom Veranstalter Geld für den Einsatz der Polizei zu verlangen, kann man sicher streiten. Das, was der Deutsche Fußballbund jetzt als Vergeltung ins Werk setzt, ist allerdings anmaßend.

          Der größte Sportverband der Welt meint offenbar, staatliche Institutionen seien ihm untertan. Zumindest müssten diese alles unterlassen, was die Autoritäten des Fußballs nicht gut finden.

          Also wird Bremen die Austragung eines Qualifikationsspiels zur Fußball-Europameisterschaft entzogen. Und die Funktionäre, von denen man fast annehmen könnte, ihnen sei der Weltmeistertitel zu Kopf gestiegen, beschließen gleich noch, das aufmüpfige Bremen künftig bei Länderspielen gar nicht mehr zu berücksichtigen.

          Politisch kluges Handeln ist auch Vertretern des organisierten Sports erlaubt. Die Damen und Herren in den Führungsetagen sollten bedenken, dass sie erstens Teil dieses Staates sind und vor allem zweitens auch auf dessen Institutionen angewiesen sind. Allmachtsphantasien führen in die Irre.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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