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Katholische Kirche : Mixa zieht wieder im Bischofspalais ein

  • Aktualisiert am

Hat noch keine neue Bleibe: Der ehemalige Bischof von Augsburg, Walter Mixa Bild: dpa

Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa ist wieder in das Augsburger Bischofspalais eingezogen und hat damit Entrüstung ausgelöst: Als emeritierter Bischof habe er kein Hausrecht mehr, heißt es.

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          Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa hat am Samstagabend seine ehemalige Wohnung im Augsburger Bischofspalais wieder bezogen und damit für Verwirrung gesorgt. Bistumssprecherin Kathi Marie Ulrich bestätigte einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „Augsburger Allgemeine“. Mixas Augsburger Rechtsanwalt sagte der Zeitung, wie lange Mixa bleiben werde, sei dessen eigene Entscheidung: „Er wohnt nach wie vor hier, zelten kann er nicht.“

          Bei Mixas Rückkehr in das Bischofspalais gegenüber dem Augsburger Dom handele es sich um eine Übergangslösung, sagte Kirchensprecherin Ulrich. „Wo er seinen zukünftigen Wohnsitz nehmen wird, wird zeitnah geklärt.“ In Augsburger Kirchenkreisen wurde Mixas Rückkehr als Akt der Anmaßung empfunden, wie ein hochrangiger Bistumsvertreter der Zeitung sagte. Als emeritierter Bischof habe Mixa kein Hausrecht mehr und müsse sich die Erlaubnis des Diözesanadministrators Weihbischof Josef Grünwald einholen. Es sei unklar, ob dies bereits erfolgt sei.

          Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ äußerte Unverständnis über Mixas Rückkehr in das Bischofspalais. Damit lasse Mixa abermals Fingerspitzengefühl vermissen, sagte „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner. Mixas Rückkehr erschwere die dringend nötige Beruhigung der Lage im Bistum Augsburg. Mixa hatte am 21. April nach Gewalt- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Amtsentpflichtung gebeten, die offiziell am 8. Mai angenommen wurde. Vorermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Prügelvorwürfe aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen weiter. Das Bistum wies Berichte zurück, Mixa sei das Opfer einer kircheninternen Intrige geworden und äußerte sich erstmals zu den näheren Umständen des Rücktritts.

          Weihbischof Anton Losinger berichtete in der „Augsburger Allgemeinen“ erstmals über den Ablauf des Rücktritts: Die Mitglieder der Bistumsleitung hätten Mixa am 21. April mit dem massiven Vertrauensverlust in der Diözese konfrontiert, mit dem enormen Anstieg der Kirchenaustritte und damit, dass selbst standfeste Stadtpfarrer in ihren Sonntagspredigten Mixa Lügen vorgeworfen hatten. Der Bischof habe daraufhin gesagt: „Wenn das so ist, müsste ich ja zurücktreten“, zitierte Losinger den Bischof. „Und niemand hat ihm davon abgeraten.“

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