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Katholikentag-Kommentar : Seehofers „Reiseprobleme“

Innenminister Horst Seehofer bei der Vorstellung der Kriminalstatistik am Dienstag Bild: dpa

Eigentlich sollte Horst Seehofer beim Katholikentag in Münster über Integration diskutieren. Doch er sagte kurzfristig ab – „aufgrund der Verkehrslage“.

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          Es ist gemeinhin nicht so, dass Politiker Kirchen- oder Katholikentage meiden. Im Gegenteil. Ein solcher Auftritt bietet die Chance, sich vor einem zumeist wohlgesinnten Publikum im sanften Licht der Menschenfreundlichkeit zu sonnen. Doch keine Regel ohne Ausnahme.

          Am Donnerstag hätte es Horst Seehofer in Münster mit einem Kirchenvolk zu tun bekommen, das ihm wegen seines Kurses in der Flüchtlingspolitik zum Teil schon vor Jahren die Gefolgschaft aufgekündigt und damit auch zum schlechten Abschneiden der CSU in der Bundestagswahl beigetragen hat.

          Doch anstatt in seiner neuen Aufgabe als Bundesinnenminister in Münster ein neues Kapitel namens Integration aufzuschlagen und sich auch zu heiklen Themen wie dem Islam und dem bayerischen Kreuzkampf zu äußern, blieb der CSU-Politiker wegen „Anreiseproblemen“ dem Katholikentag fern.

          Hoffentlich kommt es nicht auch in Berlin zu derartigen „Problemen im Betriebsablauf“. Auf die „verspätete Bereitstellung“ von politischen Problemlösungen dürften nicht nur Katholiken unsanft reagieren.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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