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F.A.S. exklusiv : Karliczek: Kurzfristige Unterstützung für Online-Unterricht

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU): „Vielfältige Anstrengungen zur Unterstützung der Länder“ Bild: dpa

Es fehlt an Computern, Handys oder Druckern: Längst nicht alle Schüler sind zu Hause so ausgerüstet, dass es mit dem Homeschooling klappt. 100 Millionen Euro aus dem Digitalpakt sollen helfen.

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          Die Schüler in Deutschland sind längst nicht alle mit den technischen Voraussetzungen für das Lernen zu Hause ausgerüstet, auch bei den Schulen gibt es große Probleme. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.): „Wir unternehmen in diesen Tagen vielfältige Anstrengungen zur Unterstützung der Länder, den Unterricht, soweit es geht, aufrecht zu erhalten.“

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          In einem ersten Schritt seien kurzfristig aus dem Digitalpakt 100 Millionen Euro mobilisiert worden, „damit die Länder eine Online-Infrastruktur aufbauen und zeitlich befristet auch Online-Lernprogramme anschaffen können“. Karliczek fügte hinzu: „Die Länder haben nach unserer Zusage rasch ein länderübergreifendes Projekt zur Entwicklung und Inbetriebnahme eines gemeinsamen Sofortportals für frei zugängliche Bildungsmedien sowie zum weiteren Ausbau einer technischen Plattform der zukünftigen ländergemeinsamen Bildungsmedieninfrastruktur entwickelt.“ Das heiße Sodix. Damit werde kurzfristig ein ländergemeinsames Medienportal auf- und ausgebaut, das sowohl von Lehrern als auch von Eltern und Schülern genutzt werden könne.

          „Wir bieten so kurzfristige Unterstützung, die gleichzeitig genau das schafft, was über den Digitalpakt initiiert wird: ein innovatives und zukunftsgerichtetes Lehr- und Lernkonzept“, sagte Karliczek der F.A.S.:

          Nicht jedes Kind ist digital erreichbar

          Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, der Vorsitzende des Bildungsausschusses, sagte der F.A.S.: „Es hat sich bei Corona gezeigt, dass längst nicht alle Schüler zu Hause so ausgerüstet sind, dass es mit dem Homeschooling klappt.“ Oft scheitere es am Drucker oder am Handy, nicht jedes Kind sei digital erreichbar. Auch die Lehrer brächten unterschiedliche Voraussetzungen mit.

          Rossmann regte in der F.A.S. an: „Da müssen wir die Mittel aus dem Digitalpakt flexibler einsetzen, etwa für Klassensätze von Endgeräten, die auch nach Hause ausgeliehen werden können.“ Rossmann beklagte im Zusammenhang mit dem Digitalpakt für die Schulen: „Wir haben 2,5 Jahre verloren, weil sich Bildungsministerin Wanka damals nicht um die verfassungsrechtliche Seite gekümmert hat.“ Jetzt aber seien die Verwaltungsvereinbarungen mit den Ländern abgeschlossen. „Das Geld kann fließen, aber nun brauchen die Schulen Zeit, um das alles umzusetzen.“

          Sybille Benning (CDU), die stellvertretende Ausschussvorsitzende, sagte der F.A.S.: „Ich begrüße, dass die Schulen zusätzlich zu den fünf Milliarden Euro aus dem Digitalpakt noch einmal 500 Millionen Euro erhalten, um auch Schüler ohne Laptop für den Online-Unterricht zuhause zu rüsten. Das ist eine Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit. Hier bewährt sich der Föderalismus, denn in den Schulen weiß man natürlich am besten, wer Hilfe bei so einer Anschaffung braucht.“

          Auch den Digitalpakt sieht sie zuversichtlich: „Die Schulen haben sich auf den Weg gemacht, aber es braucht auch seine Zeit, damit alles koordiniert abläuft. Ich finde es richtig, dass Digitalisierung jetzt auch in der Lehrerfortbildung überall gestärkt wird.“ Benning fügte im F.A.S.-Gespräch hinzu: „Die Länder unterstützen das noch mit eigenen Programmen. In Nordrhein-Westfalen etwa heißt das ,Gute Schule 2020‘.“

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