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Karl-Theodor zu Guttenberg : Neue Aufgabe als „Vordenker“

  • Aktualisiert am

November 2009: Der damalige Verteidigungsminister zu Guttenberg spricht im „Center for Strategic and International Studies” in Washington Bild: dpa

Mehr als ein halbes Jahr nach seinem Rücktritt von allen politischen Ämtern hat Karl-Theodor zu Guttenberg eine neue offizielle Aufgabe. Er soll als „Vordenker“ bei einer amerikanischen „Denkfabrik“ Visionen für die transatlantische Partnerschaft entwickeln.

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          Sieben Monate nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister hat Karl-Theodor zu Guttenberg eine neue Aufgabe bei einer amerikanischen „Denkfabrik“ (Think Tank). Der 39 Jahre alte CSU-Politiker schließt sich dem renommierten Forschungs- und Analysezentrum „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS) in Washington als „herausragender Staatsmann“ („distinguished statesman“) an.

          „Karl-Theodors Energie, Enthusiasmus und tiefes Bekenntnis zur transatlantischen Partnerschaft wird von gewaltiger Bedeutung für das CSIS während seiner Amtszeit sein“, erklärte Institutspräsident John Hamre am Donnerstag. Unter den beruflichen Verdiensten des Franken hebt das CSIS die von Guttenberg geleitete „strukturell bedeutendste Bundeswehrreform seit 1955“ hervor. Hamre bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Wie „Spiegel Online“ berichtet, soll die Tätigkeit unbezahlt sein.

          Guttenberg, der wegen Plagiierens seinen Doktortitel verloren hatte, soll ein neues Dialogforum leiten, in dem europäische und amerikanische Sicherheits- und Wirtschaftsexperten eine „mutige,neue strategische Vision zur Wiederbelebung des transatlantischen Partnerschaft“ entwickeln sollen. Dem CSIS gehören 160 Experten an, darunter die früheren amerikanische Minister Henry Kissinger und James Schlesinger oder der frühere Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, James Jones.

          Neuanfang in Amerika

          Wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit war Guttenberg Anfang März von seinen politischen Ämtern zurückgetreten und vor einigen Wochen mit seiner Familie nach Amerika gezogen. Anlässlich des zehnten Jahrestags der Terror-Anschläge in den Vereinigten Staaten am 11. September 2001 hatte sich der Oberfranke in der „Bild“-Zeitung erstmals wieder öffentlich geäußert. Zur Plagiatsaffäre schweigt er allerdings seit seinem Rücktritt. In Kürze wird die Staatsanwaltschaft Hof entscheiden, ob sie Anklage erhebt.

          Seine „Bewerbungsrede“ beim CSIS hatte Guttenberg bereits im November 2009 bei seinem Antrittsbesuch als Verteidigungsminister in Washington gehalten. Sein damaliger Vortrag stand unter dem Titel „Die Zukunft der transatlantischen Beziehungen: Afghanistan, das neue strategische Konzept der Nato und die Herausforderungen der Lastenverteilung“.

          Guttenberg ist nicht der erste deutsche Politiker, der nach dem Ausscheiden aus einem Ministeramt als „Vordenker“ nach Amerika geht. Joschka Fischer nahm beispielsweise nach seinem Abschied vom Auswärtigen Amt eine einjährige Gastprofessur an der Princeton-Universität in New Jersey an. Denkfabriken wie das CSIS sind in den Vereinigten Staaten weit stärker verbreitet als in Europa. Schätzungen gehen von rund 1800 Instituten aus.

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