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Kritik an STIKO-Empfehlung : Lauterbach: Wegen Delta sollten auch Jugendliche geimpft werden

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Ein 15-Jähriger wird in Thüringen gegen das Coronavirus geimpft. Bild: Bodo Schackow/dpa

Die Ständige Impfkommission berücksichtige nicht das höhere Risiko durch die Delta-Variante, kritisiert SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Auch Kinder und Jugendliche seien stärker gefährdet.

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          Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (STIKO) aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post.

          Bei der Delta-Variante sei die Zahl der Krankenhauseinweisungen viel höher: „Das Robert-Koch-Institut geht von einer Hospitalisierungsquote von 11 Prozent aus, das ist doppelt so hoch wie bei der Alpha-Variante. Gerade bei Jüngeren ist der Unterschied groß, damit wird die Delta-Variante vor allem für Kinder zu Problem“, sagte Lauterbach.

          Keine generelle Empfehlung der STIKO

          Die STIKO hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung vor knapp drei Wochen unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

          „Die Angaben der STIKO beziehen sich immer auf alte Varianten“, kritisierte Lauterbach. „Die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante ist zu riskant. Und Wechselunterricht ist keine Lösung.“

          Zugleich regte er an, mehr zu tun, um Impfskeptiker zu gewinnen. „In Israel steigt die Inzidenz trotz hoher Impfquote und Topwetter wieder an. Es zeigt sich: Echte Normalität wird nur mit einer sehr hohen Impfquote kommen.“ Er gehe davon aus, dass eine Impfquote von mehr als 80 Prozent nötig sei.

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