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Lauterbach zum Corona-Herbst : Angepasster Impfstoff wird wohl ab September ausgeliefert

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Bundesgesundheitsminister Lauterbach am Freitag in Berlin. Bild: EPA

Gesundheitsminister Karl Lauterbach vermeldet einen deutlichen Rückgang der Corona-Infektionen. Das sei aber kein Grund zur Entwarnung. Und er wehrt sich abermals gegen Kritik: Es sei nicht so, dass eine Impfung künftig nur noch drei Monate gelten werde.

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          Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht die Corona-Sommerwelle in Deutschland gebrochen – aber keinen Grund zur Entwarnung in der Pandemie. „Die Sommerwelle fängt jetzt langsam an zurückzugehen“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Es gebe einen „robusten Rückgang der Fallzahlen“. Auch die Sterblichkeit gehe zurück. „Das gibt erst einmal Grund zur Freude. Das ist trotzdem kein Grund für eine Entwarnung.“ Es sei zu erwarten, dass die Fallzahlen im Herbst wieder stark stiegen.

          Man müsse außerdem bedenken, dass der Anteil der nicht registrierten Corona-Erkrankungen gestiegen sei, sagte Lauterbach in der Bundespressekonferenz. „Die Dunkelziffer steigt.“ Das zeigten Daten des Robert-Koch-Instituts.

          Lauterbach: Länder werden im Herbst Schutzmaßnahmen ergreifen

          Laut Lauterbach gibt es „sehr gute Nachrichten“ bei den Impfstoffen. Es sei davon auszugehen, dass angepasste Impfstoffe bereits am 2. beziehungsweise 28. September ausgeliefert werden könnten. „Die Bundesregierung hat beide Impfstoffe in auskömmlicher Menge besorgt. Wir werden daher relativ früh auch beliefert werden.“ Die Impfkampagne könne dann zeitnah stattfinden.

          Der Bundesgesundheitsminister wies Kritik an der zusammen mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) erarbeiteten Neufassung des Infektionsschutzgesetzes zurück. Ab dem 1. Oktober könnten die Länder danach unabhängig von Inzidenzen in Innenräumen eine Maskenpflicht einführen. Sie müssten dies aber nicht, erläuterte Lauterbach. Aber: „Ich glaube, dass die Länder das alle machen werden, weil wir zum 1. Oktober wieder höhere Fallzahlen haben werden.“ Lauterbach verteidigte zudem den kritisierten Verzicht auf Grenzwerte, ab denen weitergehende Maßnahmen greifen sollen. Der Versuch, mit Grenzwerten zu arbeiten, sei immer wieder gescheitert, Rechtsfester sei es stattdessen, „mit einer Beschreibung der Gefahr zu operieren“.

          So seien etwa die Fallzahlen nicht sonderlich aussagekräftig, wenn eine „riesige Dunkelziffer“ bestehe. So könne es etwa günstiger sein, auf die Abwasserkontrolle zu setzen oder die Situation auf den Intensivstationen in den Blick zu nehmen.

          Dennoch werde er sich die Einwände der Länder anhören, die ihre Kritik „sehr schwungvoll“ vorgetragen hätten, sagte der Minister. Lauterbach bekräftigte das Ziel, das neue Infektionsschutzgesetz am 24. August im Bundeskabinett und im September dann im Bundestag zu beraten.

          Neuerung bei der Corona-Warnapp

          Es sei auch nicht so, dass eine Impfung künftig nur noch drei Monate gelten werde, und dass man sich alle drei Monate impfen lassen müsse, betonte Lauterbach. Diese Frist für Ausnahmen von der Maskenpflicht in Innenräumen sei gewählt worden, weil Impfungen in diesem Zeitraum nach bestehender Auffassung gegen Ansteckung schützen. Gegen schwere Infektionsverläufe schützten sie viel länger. Sich alle drei Monate impfen zu lassen, wäre auch „medizinisch völlig unsinnig“. Lauterbach kündigte zudem eine Neuerung für die Corona-Warnapp an: Sie solle bei Frischgeimpften grün aufleuchten, was die Prüfung erleichtere, betonte der Gesundheitsminister.

          Die Länder sehen die Regelungen zur Maskenpflicht bei Freizeit-, Kultur- oder Sportveranstaltungen sowie in der Gastronomie hingegen kritisch. Ausnahmen für frisch Geimpfte und Genesene seien im Alltag schwer umzusetzen und zu kontrollieren, erklärten sie bei der Gesundheitsministerkonferenz in dieser Woche. Lauterbach kündigte weitere Gespräche mit den Ländern für kommende Woche an.

          Dabei werde es auch darum gehen, ab wann Bundesländer die zweite Stufe verschärfter Schutzmaßnahmen einleiten sollen, sagte er. Dazu zählen Personenobergrenzen für Veranstaltungen in Innenräumen, Abstandsregeln und Maskenpflicht draußen, wo die Abstände nicht eingehalten werden können. Auch die Ausnahmen für Innenräume fallen dann weg.

          Lauterbach wies Forderungen nach einheitlichen Vorgaben zurück. Er sagte, die Länder müssten selbst die gesamte Gefahrenlage bewerten. Dazu zählten neben den Fallzahlen auch viele andere Indikatoren, wie etwa die Belegung der Krankenhäuser und die Schwere der Krankheitsverläufe. Das sei besser als immer wieder gescheiterte Versuche, mit festen Grenzwerten zu arbeiten, sagte er. Zugleich zeigte er sich aber offen für Vorschläge aus den Ländern, wenn diese praktikabel seien.

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