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Scharfe Kritik am Erzbischof : „Das System Woelki kollabiert völlig“

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) ist Diözesanratsvorsitzender des Erzbistums Köln. Bild: dpa

Tim Kurzbach, Vorsitzender Diözesanrats im Erzbistum Köln, zeigt sich schockiert von der Manipulation des Betroffenenbeirats. Im Interview fordert er eine zweite Auszeit für den Kölner Kardinal Woelki.

          4 Min.

          Herr Kurzbach, was haben Sie gedacht, als Sie den jüngsten Bericht im „Kölner Stadt-Anzeiger“ über Kardinal Rainer Maria Woelkis Manipulation des Be­troffenenbeirats gelesen haben? Er hat den Beirat mithilfe einer PR-Agentur davon überzeugt, der Nichtveröffentlichung eines Missbrauchsgutachtens zuzustimmen.

          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Das hat mir doch noch mal viel an gu­tem Glauben genommen. Es ist nicht die PR-Beratung an sich, die mich stört. Das ist eine Sache für sich, ob ein katholischer Bischof fast eine Million Euro für so etwas ausgeben muss. Wenn dann aber ein solches Papier vor dir auf dem Tisch liegt und da steht drin: „Du sollst durch vorgespielte Emotionen den Betroffenenbeirat auf deine Seite ziehen“ – dann bist du doch als Christenmensch verpflichtet zu sagen: „Das mache ich jetzt nicht.“ Wenn ein Bischof dennoch zu solchen Mitteln greift, ist das der Verlust jeglicher moralischen Integrität. Es zeigt auch, dass die Dimension der tiefen menschlichen Zerstörung, die se­xuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen anrichtet, Woelki und den Verantwortlichen in der Bistumsleitung nicht klar ist.

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