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Kardinal Woelki : Die Erfindung des katholischen Trumpismus

Rainer Maria Kardinal Woelki bei einer Predigt 2014 in Köln Bild: dpa

Bischöfe wie Rainer Maria Kardinal Woelki führen ein Kirchenregiment im permanenten Notstandsmodus. Die Bindung an das Recht, und sei es nur das der eigenen Kirche, hat in ihrem Weltbild keinen Platz.

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          Als Rainer Maria Kardinal Woelki im September 2014 nach einem kurzen Gastspiel als Erzbischof von Berlin an den Rhein zurückkehrte, war die Freude über die Entscheidung des Kölner Domkapitels groß. Zwar war unvergessen, dass Woelki viele Jahre ein treuer Diener seines Herrn Joachim Kardinal Meisner gewesen war. Doch in der frischen Berliner Großstadtluft schien er aus dem langen Schatten jenes Mannes herausgetreten zu sein, den Papst Johannes Paul II. 1987 in Köln mit der Brechstange als seinen Statthalter installiert hatte.

          Tatsächlich wirkte der gebürtige Kölner Woelki nach vier Jahren an der Spree so unverkrampft und uneitel, dass ihn die Kölner nach den bleiernen Meisner-Jahren wie einen verlorenen Sohn willkommen hießen. Auch die Herzen der übrigen Rheinländer flogen dem Fußballfan und (bald auch) Flüchtlingshelfer nur so zu. Intern wiederum wurde mit Erstaunen registriert, dass Woelki sich von dem Thema Missbrauch nicht treiben lassen, sondern bei dessen Aufklärung selbst der Antreiber sein wollte. Umgehend ließ er sich alle „Altfälle“ vorlegen – und sei es nur aus dem Kalkül, nicht eines späteren Tages böse Überraschungen zu erleben.

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