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Wer wird Kanzlerkandidat? : Die CDU vor einem harten Winter

Im April 2019 waren Laschet und Söder zwei Ministerpräsidenten. Nun sind die auch noch Rivalen. Bild: dpa

Nach dem Gesetz der Serie müsste Markus Söder als Kanzlerkandidat von CDU und CSU scheitern. Aber gilt das auch dieses Mal?

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          Einem CSU-Politiker, der als Kanzlerkandidat der Unionsparteien sein Glück versuchen wollte, scheint das Schicksal vorherbestimmt. Edmund Stoiber scheiterte im Jahr 2002 nicht anders als Franz-Josef Strauß gut zwanzig Jahre vor ihm. Jetzt aber sind wieder fast zwei Jahrzehnte vergangen, und wieder steht die Frage im Raum, ob die Kandidatur nicht abermals auf einen Bayern hinausläuft.

          Nach dem Gesetz der Serie drohte dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder dasselbe Schicksal wie seinen beiden Vorgängern. Doch dass es überhaupt so weit kommt, ist noch nicht ausgemacht. Denn sollte Armin Laschet den Wettkampf um den CDU-Vorsitz für sich entscheiden, wird er die Kanzlerkandidatur seinem bayerischen Rivalen nicht antragen – jedenfalls nicht aus freien Stücken.

          Doch der kommende Winter wird nicht alleine mit Blick auf das Coronavirus eine harte Zeit werden, worauf Söder die Bürger am Wochenende schon einmal einstimmte. Auch in der CDU wird es hart hergehen, sind die Kompetenz- und Sympathiewerte eines Kanzlerkandidaten Laschet unverändert so schlecht, dass aus dem Höhenflug der Union bald ein Sinkflug, werden könnte.

          Und was die Macht des Schicksals angeht: Schon einmal war für einen CSU-Politiker das Kanzleramt zumindest gefühlt zum Greifen nahe. Das war vor zehn Jahren, der Mann hieß Guttenberg. Bald verglühte er wie ein Komet in der eigenen Aura. Auch dessen eingedenk hat sich Söder längst für einen anderen, seriöseren Weg entschieden.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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