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Kanzlerkandidatur von Scholz : Touché!

Markus Söder Bild: dpa

Markus Söder reagiert unsouverän auf die Nominierung von Olaf Scholz. An Söders Unterhaltungswert kommt Scholz nicht heran. Bei Seriosität und Sachverstand sieht es anders aus.

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          Touché – ein Treffer zeigt sich vor allem in der Reaktion des Gegners. Gar nicht wie seit einiger Zeit gewohnt souverän reagiert der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder auf die Nominierung von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat der SPD. „Verheerend“ sei das, so Söder, und zwar für die weitere Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die SPD beginne doch tatsächlich mit dem Wahlkampf. Was der CSU ja völlig fremd ist.

          Nein, Söder hätte den hochsommerlichen Befreiuungsschlag der SPD besser sportlich genommen oder ganz geschwiegen. So wird man den Eindruck nicht los, Scholz treibe ihm jetzt schon die Schweißperlen auf die Stirn. Denn eines ist klar: Söders Unterhaltungswert wird Scholz zwar kaum je erreichen. Was allerdings Seriosität und Sachverstand angeht – und dem wird ja von einigen Bürgern durchaus noch Wert beigemessen –, steht Scholz nicht schlecht da, um das Mindeste zu sagen.

          Das weiß auch Norbert Röttgen, der von einer taktischen Lösung spricht, die „nicht glaubwürdig“ sei. Das kann man natürlich mit Blick auf die SPD so sehen. Aber es geht hier um die Kanzlerkandidatur, nicht um Deckungsgleichheit mit der Partei – die Union kennt das ja.

          Das alles heißt nun noch nicht, dass Scholz gute Erfolgsaussichten hätte – auch da dürfte seine eigene Partei vor sein. Aber die Union nimmt den Finanzminister, wie schon bisher in der großen Koalition, als Kanzlerkandidaten ziemlich ernst. Ein Wirkungstreffer.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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