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Kanzlerkandidatur : Söder mag nicht

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Markus Söder spricht am 30. August in Freystadt bei einer Landesversammlung der JU Bayern. Bild: dpa

Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union defiliert die Parteiprominenz von CDU und CSU. Dem Eindruck eines Schaulaufens tritt Bayerns Ministerpräsident entgegen.

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          Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hat unionsinterne Hoffnungen auf seine Ambitionen für eine Kanzlerkandidatur gedämpft. Er habe mit dem CSU-Vorsitz und der Rolle als bayerischer Ministerpräsident seinen „Traumjob gefunden“, sagte Söder am Samstag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Saarbrücken. Söder bezog sich ausdrücklich auf Berichte über ein regelrechtes Schaulaufen möglicher Unionsbewerber für das Kanzleramt bei dem Kongress des Unionsnachwuchses.

          Söder war von den JU-Delegierten begeistert mit den Klängen des bayerischen Defiliermarsches empfangen worden. Am Freitagabend war der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz von den rund 1000 Delegierten und Gästen gefeiert worden. Am Samstagvormittag hatte der beim Kampf um den CDU-Vorsitz wie Merz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer gescheiterte Gesundheitsminister Jens Spahn ebenfalls viel Applaus bekommen. Am Nachmittag wollte auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet zum Parteinachwuchs sprechen. Kramp-Karrenbauer selbst wird am Sonntag auf dem Deutschlandtag reden.

          Heftige Angriffe richtete Söder gegen den Koalitionspartner SPD und vor allem gegen die Grünen, einen möglichen künftigen Koalitionspartner der Union im Bund. Die SPD kämpfe andauernd gegen sich selbst und erwecke bei der Suche nach einem neuen Vorsitzendenduo den Eindruck, zurück in die Vergangenheit zu wollen.

          Söder: „Hass gegen das Auto muss endlich enden“

          Den Grünen warf Söder vor, in der Klimadebatte maßlos zu überdrehen und „an einigen Stellen auch furchtbar unehrlich“ zu sein. Ihnen fehle die soziale Verantwortung, etwa in der Diskussion über die Abschaffung von Ölheizungen. Die Grünen hätten Moral, „ich glaube sogar, mehr Moral als wir“, rief Söder. Unter dem Johlen der JUler ergänzte er: „Wisst ihr warum? Sie haben eine Doppelmoral.“

          In der Klimadiskussion über die Zukunft des Automobils verlangte der bayerische Ministerpräsident: „Der Hass gegen das Auto muss endlich enden.“ Auch in Zukunft werde die Autoindustrie in Deutschland gebraucht, rief der Ministerpräsident, der mit BMW und Audi große Hersteller in seinem Land hat.

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