https://www.faz.net/-gpf-aapp1

Kanzlerkandidatur : Söder in Umfrage weiter deutlich vor Laschet

  • Aktualisiert am

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beantwortet nach dem Treffen der Fraktionsspitze von CDU und CSU Fragen der Presse. Bild: Reuters

In einer neuen Umfrage halten 44 Prozent der Bundesbürger und 72 Prozent der Unions-Anhänger Bayerns Ministerpräsident für den besseren Kanzlerkandidaten. Für Laschet sprachen sich nur 17 Prozent der Anhänger von CDU und CSU aus.

          2 Min.

          CSU-Chef Markus Söder liegt in einer Umfrage zur Kanzlerkandidatur der Union weiter deutlich vor CDU-Chef Armin Laschet. Derzeit halten 44 Prozent der Bundesbürger und 72 Prozent der Unions-Anhänger den bayerischen Ministerpräsidenten für den geeigneteren Kandidaten, um die Unionsparteien in die Bundestagswahl zu führen, wie der von infratest dimap erhobene Deutschlandtrend des ARD-„Morgenmagazins“ ergab. 15 Prozent der Bundesbürger und 17 Prozent der Unions-Anhänger sehen dagegen in NRW-Ministerpräsident Laschet den geeigneteren Kandidaten. 33 Prozent der Wahlberechtigten halten beide für nicht geeignet.

          Der Deutschlandtrend ist eine repräsentative zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung. Befragt wurden 1174 Wahlberechtigte in Deutschland (766 Telefoninterviews und 408 Online-Interviews). Die Befragung fand Dienstag und Mittwoch statt. Die Ergebnisse wurden nach soziodemographischen Merkmalen und der Rückerinnerung des Wahlverhaltens gewichtet. Die Fehlertoleranz liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.

          Söder hat seit längerem bessere Umfragewerte, darauf verweist er auch. Laschet betont, Umfragen könnten sich sehr schnell ändern. Beide hatten angekündigt, noch in dieser Woche eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur bekanntzugeben. Informationen über einen Termin oder ein Format, in dem eine solche Entscheidung getroffen werden soll, gab es zunächst nicht.

          Aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für „Bild“ geht hervor, dass die Union mit einem Kanzlerkandidaten Laschet auf 27 Prozent käme, mit Söder auf 38 Prozent. Diese Befragung fand am Donnerstag statt, 1007 Bürger wurden befragt.

          Unterschriften für Entscheidung in der Fraktion

          Der „Spiegel“ berichtete am Donnerstagabend, dass Abgeordnete der Unions-Bundestagsfraktion Unterschriften sammelten, um die Frage der Kanzlerkandidatur notfalls in der Fraktionssitzung am kommenden Dienstag zu klären. Die Liste wird danach vom Vorsitzenden des Europa-Ausschusses Gunther Krichbaum (CDU) organisiert. „Wir hoffen auf eine einvernehmliche Lösung. Aber wenn die nicht kommt, muss am kommenden Dienstag in der Fraktion entschieden werden“, sagte Krichbaum dem „Spiegel“. „Die Fraktion ist das einzige Gremium, in dem CDU und CSU gemeinsam sitzen.“
           
          Die Aktion, die am Donnerstagabend gestartet wurde, geht auf mehrere Unions-Abgeordnete zurück. Krichbaum gilt als Unterstützer von CSU-Chef Markus Söder im Kampf um die Kanzlerkandidatur. In der vergangenen Woche war eine ähnliche Liste bereits von 70 CDU-Abgeordneten unterschrieben worden.

          Ein Votum in der Fraktion gilt als letzte Option in dem sich weiter zuspitzenden Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und Söder, in den sich zuletzt mehrere Ministerpräsidenten eingeschaltet hatten. Mit Daniel Günther aus Schleswig-Holstein forderte ein CDU-Ministerpräsident Söder zum Rückzug auf. Zuvor hatte sich der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), Söders Argumentation angeschlossen, die K-Frage anhand der Popularitätswerte zu entscheiden.

          Weitere Themen

          Pro-Palästinenser-Demo in Berlin Video-Seite öffnen

          Nahostkonflikt : Pro-Palästinenser-Demo in Berlin

          Rund 200 Unterstützer der Palästinenser marschierten am Samstag bei einer genehmigten Demonstration vom Berliner Hermannplatz zum Oranienplatz. Der 15. Mai ist für Millionen Palästinenser und ihre Unterstützer auf der ganzen Welt auch der Tag der Nakba, was auf Arabisch „Exodus“ bedeutet.

          Topmeldungen

          Abhängig von Energie: Rauchende Schornsteine der ThyssenKrupp Stahlwerke in Duisburg (Archivbild)

          Gesetz gegen Erderwärmung : Entzug für das Klima

          Deutschland giert nach fossilem Brennstoff wie ein Schnapsbruder nach Likör. Berlin plant jetzt den Radikalentzug. Aber wer zahlt die Rechnung?

          Nahostkonflikt : Politik mit Raketen

          Bislang kann sich die Hamas sicher sein, dass Israel keinen Regimewechsel herbeiführen möchte. Umgekehrt haben die Islamisten nun sogar indirekt dafür gesorgt, dass Netanjahu von der jüngsten Eskalation profitieren kann.
          Leider nicht im erforderlichen Maße skalierbar: Bei  Gaildorf in Baden-Württemberg wurde ein Windpark mit einem Pumpspeicherkraftwerk kombiniert.

          Energiewende : Das Problem mit der grünen Grundlast

          Die Verfassungsrichter haben den rascheren Umstieg auf erneuerbare Energiequellen angeordnet. Doch damit verschärft sich ein Problem, das mehr Windräder und Solarparks nicht lösen können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.