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Kanzlerkandidat der Union : Laschets Feuertaufe

Ziel erreicht? Armin Laschet verfügt über eine klare Mehrheit im CDU-Bundesvorstand für seine Kanzlerkandidatur. Bild: dpa

So hatte Markus Söder nicht gewettet. Doch nun muss er Wort halten und alles dafür tun, dass sein Rivale ins Kanzleramt einzieht. Das hat Armin Laschet sich verdient.

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          Markus Söder mag ein anderes Ergebnis erwartet haben. Doch der CDU-Vorstand hat sich in der Frage der Kanzlerkandidatur abermals hinter den Parteivorsitzenden Laschet gestellt. Armin Laschet bekam nicht hundertfünf Prozent der Stimmen, wie es bei der CSU der Fall gewesen wäre, wenn Söder die Unterstützung und Loyalität seiner Mitstreiter in der Parteiführung eingefordert hätte. Aber für CDU-Verhältnisse, insbesondere nach den von Finten, Schmutzeleien und Verlustängsten geprägten Auseinandersetzungen der vergangenen Woche, ist eine Mehrheit von zwei Dritteln oder gar drei Vierteln (ohne die Enthaltungen) kein schlechtes Ergebnis. Oder, um es mit Söders Worten zu sagen: ein klares Votum. Jedenfalls nach den bisherigen Maßstäben, die in der Demokratie, auch der innerparteilichen, gelten. Da reichte bisher eine Stimme Mehrheit.

          Söder bleibt nun endgültig nichts anderes übrig, als Laschet bei der Kanzlerkandidatur den Vortritt zu lassen. Am Montagnachmittag hatte der CSU-Chef sich selbst als Anhänger und Verteidiger der repräsentativen Demokratie bezeichnet und von seinem Respekt vor den demokratisch gewählten Gremien der Parteien gesprochen. Das war nötig gewesen, weil seine herabsetzenden Äußerungen über die „Hinterzimmer“ nicht nur bei den damit Gemeinten Fragen nach dem Demokratieverständnis des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden – in das Staatsamt wie in die Parteifunktion wurde er gewählt – aufkommen ließen.

          Gemeinsam eine grüne Kanzlerin verhindern

          Aus der ebenfalls mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit getroffenen Entscheidung des CDU-Vorstands, nicht auch noch die Kreisvorsitzenden der Partei mit der Entscheidung über die Kanzlerkandidaten und damit das weitere Schicksal des eigenen Parteivorsitzenden wie auch der ihn unterstützenden Führungsgremien zu befassen, spricht keine Geringschätzung der „Basis“. Den Grünen, einst geradezu süchtig nach Basisdemokratie, wird derzeit jedenfalls nicht einmal von Söder vorgeworfen, ihre Entscheidung ohne jede formelle Rückkopplung an die Basis getroffen zu haben.

          CDU und CSU hatten sich, auch wegen der Erfahrungen, die die SPD gemacht hatte, nicht für eine Mitgliederbefragung entschieden. Und kein Wunsch einte CDU und CSU in den letzten Tagen mehr, als die immer mehr Wunden in den eigenen Reihen schlagende Schlacht, zu der die Auseinandersetzung um den Kanzlerkandidaten geworden war, schnellstmöglich zu beenden. Es ist gut möglich, dass eine Befragung der Kreisvorsitzenden kein anderes Ergebnis als die Abstimmung im Vorstand erbracht hätte. Auch die Kreisvorsitzenden sind im Übrigen noch nicht die Basis, sondern der gewählte Repräsentanten.

          Wird Söder nun auch zu seiner zweiten Ankündigung stehen, dass der Kanzlerkandidat der Union den Rückhalt aller in CDU und CSU brauche – und bekommen werde, wie er auch heiße? Brauchen wird Laschet diese Unterstützung wahrhaftig. Er geht mit der Hypothek in den Wahlkampf, dass ein Viertel des Parteivorstands und ein unbekannter Anteil des Parteivolks ihn nur für den zweitbesten Kandidaten gehalten haben.

          Wenn es aber auch den Zweiflern, wie von ihnen beteuert, vor allem darum geht, im Herbst eine grüne Kanzlerin zu verhindern, dann müssen jetzt die Reihen hinter Laschet geschlossen werden. Dann muss der Kanzlerkandidat der Union auch die volle und grolllose Unterstützung der CSU bekommen, die Söder gestern zugesagt hatte – selbst wenn er dabei wahrscheinlich noch annahm, dass er diese für sich selbst fordere. In der Feuertaufe der vergangenen Tage hat Laschet bewiesen, dass er diese Unterstützung auch verdient.

          Berthold Kohler
          (bko.), Herausgeber

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