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Jasper von Altenbockum (kum.)

Laschet oder Söder? : Die Würfel sind gefallen

Nur einer kann es werden - Laschet und Söder. Bild: Jens Gyarmaty

Zum ersten Mal hat Markus Söder erklärt, er sei bereit für die Kanzlerkandidatur. Zum ersten Mal hat er aber auch angedeutet, unter welchen Umständen er verzichtet. Das sollte für Armin Laschet kein Hindernis mehr sein.

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          Seit Ostern lastete auf der Kanzlerkandidatur der Union eine klare Botschaft: Söder will es wirklich. Denn warum sonst sollte sich die Sache noch weiter hinauszögern? Von Armin Laschet war immer schon klar, dass er Kanzlerkandidat werden wollte. Deshalb hatte er um den Parteivorsitz gekämpft und wäre nicht gewählt worden, wenn es nicht von ihm erwartet worden wäre.

          Aber Söder? Er hatte sich nie so deutlich erklärt wie am Sonntag nach der Klausur des geschäftsführenden Fraktionsvorstands: „Ich bin bereit.“ Ihm blieb auch nichts anderes mehr übrig. Viel zu lange hatte er CDU und CSU mit vagen Andeutungen auf die Folter gespannt. Hätte er sich jetzt einfach mit einem „Mach’s Du, Armin“ aus dem Rennen verabschiedet, wäre Söder als selbstverliebter Spieler in die Parteigeschichte eingegangen.

          Laschet hat Stehvermögen

          Zum ersten Mal aber deutete Söder auch an, unter welchen Umständen er nachgeben will. Sollte sich die CDU-Führung hinter Laschet scharen, beuge er sich der Schwesterpartei. Eine Gelegenheit dazu ergibt sich schon an diesem Montag, wenn das CDU-Präsidium tagt. Abends folgt das CSU-Präsidium. Im einen wie im anderen Fall gibt es wenig Zweifel, wem die Unterstützung gilt.

          Zwar fehlte Laschet bislang ein deutlicher Zuspruch aus der Führungsriege. Doch wären ihm solche Huldigungen als gegen Söder gerichtete Schmutzeleien ausgelegt worden – wie ihm überhaupt alles und jedes zuletzt als Fehler oder Panne zur Last gelegt wurde. Das folgt der medialen Logik: Wer schlechte Umfragewerte hat, kann nichts richtig oder gut machen. Da ergeht es Laschet nicht anders als seinerzeit Annegret Kramp-Karrenbauer.

          Laschet aber hat Stehvermögen. Insofern deutet die Nicht-Entscheidung vom Sonntag an: Die Würfel sind gefallen. Laschet bekam den Zuspruch von Angela Merkel, und von seinen Stellvertretern dürfte niemand die Umfragen über den Willen des Parteivorsitzenden stellen. Am Dienstag könnte die Frage dann schon abschließend in der Fraktion geklärt werden. Die Abgeordneten werden sich vom Gedanken leiten lassen, dass es in einem Punkt egal ist, ob Laschet oder Söder sie in die Wahlschlacht führt: Im Herbst hagelt es Direktmandate.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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