https://www.faz.net/-gpf-u6eg

Kampf um Stoibers Nachfolge : Seehofer warnt CSU vor einem Bedeutungsverlust

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Greser&Lenz

Der Streit um den CSU-Vorsitz spitzt sich zu: Sowohl Erwin Huber als auch Horst Seehofer sind zu einer Kampfkandidatur bereit. Schwäche die Partei das „bundespolitische Standbein“, drohe sie „an Kraft zu verlieren“, warnt Seehofer.

          Im Wahlkampf um den CSU-Vorsitz hat Bundesminister Horst Seehofer vor einem bundespolitischen Bedeutungsverlust seiner Partei gewarnt, falls sein Rivale Erwin Huber das Amt bekäme und die Partei von München aus als Landesminister leiten sollte. „Das würde entschieden schwieriger“, sagte Seehofer im Bayerischen Rundfunk. Wenn man das bundespolitische Standbein schwäche, bestünde „die Gefahr, dass Deutschland größer geworden ist seit der deutschen Einheit, aber die CSU dann doch noch nach 15 oder 16 Jahren Wiedervereinigung an Kraft verloren hätte“.

          Zugleich bekräftigte Seehofer seine Bereitschaft zu einer Kampfkandidatur gegen den bayerischen Wirtschaftsminister Huber, falls die Führungsfrage nicht im Parteivorstand gelöst werden sollte. „Das muss doch eine demokratische Partei aushalten“.

          Huber kritisiert „gegenseitige Vorhaltungen“

          Huber wiederum kritisierte am Donnerstag Seehofer für dessen Kritik am „Intrigenspiel in der CSU-Spitze“. Seehofer hatte sich darüber beschwert, dass Huber und Bayerns Innenminister Günther Beckstein in der Auseinandersetzung um den CSU-Vorsitz „über die Medien spielen“. Dazu sagte Huber am Donnerstag: „Jeder von uns wird derzeit gefragt. Da sollten wir uns keine gegenseitigen Vorhaltungen machen.“

          Wer soll die CSU in die Zukunft führen: Seehofer....

          Von guten Umfragewerten für seinen Konkurrenten Seehofer lasse er sich nicht abschrecken, sagte Huber. Seehofers Popularität sei gut für die CSU. „Klar ist aber auch: Die Entscheidung über den CSU-Vorsitz treffen die Delegierten des Parteitages.“ Eine Zerreißprobe für die Partei sehe er nicht. Zwar gebe es eine schwierige Situation und Umbrüche, was „immer mit gewissen Randerscheinungen verbunden“ sei, so Huber. Er werde aber jede demokratische Entscheidung respektieren.

          „Wir brauchen auch solche Personen“

          Der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sprach sich unterdessen gegen eine schnelle Festlegung auf den Nachfolger des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber aus und attestierte der Parteispitze ein zu lasches Vorgehen gegen die Fürther Landrätin und Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli. Die Parteiführung hätte nicht schweigend hinnehmen dürfen, wie Frau Pauli Stoiber madig gemacht habe. „Es wäre schon früher dringend notwendig gewesen, Frau Pauli zu sagen, dass ihr Stil nicht akzeptabel ist“, sagte Goppel, der ihr parteischädigendes und unsolidarisches Verhalten vorwarf. Sie habe nach Innen geschwiegen, nach Außen aber auf ihrer Internetseite den Ministerpräsidenten desavouiert. Goppel kündigte heftigen Widerstand gegen eine Kandidatur Frau Paulis an.

          Seehofer sagte dagegen, es das Recht von Frau Pauli, für eine Führungsposition zu kandidieren. „Wir brauchen auch solche Personen“, sagte Seehofer über die Landrätin.

          Stoiber bleibt bei Rückzugsplan

          Unterdessen will Edmund Stoiber bei seinem Zeitplan für den Rückzug aus beiden Ämtern Ende September bleiben. Alle anderen Spekulationen seien Unsinn, hieß es am Donnerstag aus der Staatskanzlei in München. Der vorgezogene Parteitag der CSU soll laut der Zeitung „Passauer Neue Presse“ auf Stoibers Wunsch an dessen 66. Geburtstag stattfinden. Das wäre der 28. September.

          Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wird in der CSU aber nicht mehr ausgeschlossen, dass Stoiber wegen der ungeklärten Nachfolgefrage auch länger Parteivorsitzender bleiben könne. Dafür steht Stoiber nach Angaben aus der Staatskanzlei aber keinesfalls zur Verfügung. Sein Ziel sei, „das Haus gut bestellt zu übergeben“. Mit der Entscheidung aus der vergangenen Woche seien „die Weichen für einen Wechsel gestellt“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Roboter und Algorithmen übernehmen immer mehr unserer Arbeit, deswegen muss sich auch die Art der Altersversorgung ändern.

          Die DigiRente : Neue Altersvorsorge für die digitale Ära

          Wie die Menschen beim Einkaufen zu Anteilseignern digitaler Maschinen und Algorithmen werden und damit sinnvoll Altersvorsorge betreiben und Vermögen bilden können. Ein Gastbeitrag.

          1:0 gegen Hoffenheim : Hintereggers Blitztor reicht der Eintracht

          Nach 36 Sekunden führte die Eintracht 1:0. Und nach 90 Minuten ebenfalls. Beim Bundesliga-Auftaktsieg gegen Hoffenheim vergibt die Eintracht viele Chancen auf einen höheren Sieg. Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder verliert beim Bundesligadebüt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.