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Kommentar : Schluss mit der Wehrmacht

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Der Verdächtige Franco A. gehörte der deutsch-französischen Brigade an. In einer Kaserne in Donaueschingen wurden weitere Wehrmacht-Andenken entdeckt. Bild: dpa

Braune Gesinnung in der deutschen Bundeswehr? Das wurde jahrzehntelang verheimlicht. Jetzt wird ihr der Kampf angesagt. Doch die Gefahr besteht nicht nur aus Wehrmacht-Andenken.

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          Vor 72 Jahren endete der deutsche Rasse- und Vernichtungskrieg mit der Kapitulation der Wehrmacht. Schon zehn Jahre später musste die junge Bonner Republik ihren Beitrag zum westlichen Verteidigungsbündnis leisten – mit Offizieren und Unteroffizieren, die in der Exekutions-Gemeinschaft des Nationalsozialismus sozialisiert worden waren.

          Aus Hitlers Kriegern wurden, zumindest äußerlich, Adenauers Staatsbürger in Uniform. Erst der CDU-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung rüstete im Jahr 2006 verbal nach und modifizierte das Selbstverständnis des Bundeswehrangehörigen dahingehend, dass dieser trotz seiner Funktionen als Helfer, Vermittler und Retter „im Kern immer noch Kämpfer“ sei. Die Entwicklung der Auslandseinsätze sollte Jung recht geben.

          Braune Gesinnung wurde verharmlost

          Ein Problem ist der Bundeswehr im Wandel der Zeiten geblieben und kehrt in regelmäßigen Abständen – begleitet unter medialer Empörung – zurück: das der Tradition. Wie hält es die Bundeswehr mit der Wehrmacht (aus)? In den ersten zwei Jahrzehnten wurde bei der Erlebnisgeneration braunes Vorleben, anschließend bei den Nur-Bundeswehr-Gedienten braune Gesinnung immer einmal wieder (und auch öfter) verharmlost.

          Daher hat Verteidigungsministerin von der Leyen in der vergangenen Woche wiederholt, was an sich alle hoffen: Dass die Wehrmacht – mit Ausnahme von „Einzeltaten im Widerstand“ gegen Hitler – „in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr“ sei.

          Generalinspekteur Wieker lässt sogar alle Bundeswehrgebäude nach Wehrmachts- und NS-Devotionalien durchsuchen. Nun lässt nicht jeder alte Stahlhelm auf einen rechtsextremistischen Hintergrund schließen. Bedenklicher sind pensionierte Generale, die – nachdem sie den bunten Rock mit dem Lodenmantel getauscht haben – als geschichtsklitternde Militärschriftsteller oder schneidige Redner eine neue Karriere beginnen.

          Ob solche Herren sich wirklich erst im Ruhestand radikalisiert haben? Und was ist mit den Kasernen, die immer noch nach dubiosen Ritterkreuzträgern benannt sind? Was ist mit einer jüngst aufgestellten Büste in der Aula der Marineschule Mürwik, die einen Admiral unter Hitler und Adenauer ehrt, der noch im April 1945 Todesurteile bestätigte? Die Bundeswehr muss endlich allerletzte Reste der Wehrmacht entsorgen und an deren Stelle nachhaltigere historisch-politische Bildung setzen.

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