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Kampf gegen Kindesmissbrauch : Mit voller Härte und mehr Sachverstand

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) gibt am 1. Juli im Ministerium ein Statement zum Reformpaket zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder ab. Bild: dpa

Immer wieder stoßen die Ermittlungsbehörden auf grauenvolle Fälle von Kindesmissbrauch. Die Bundesjustizministerin will sie künftig als Verbrechen strenger bestrafen und die Prävention ausbauen. Den Begriff „sexueller Missbrauch“ selbst will sie abschaffen.

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          Erst im Januar hatte der Bundestag Verschärfungen im Sexualstrafrecht beschlossen. Auch wer nur versucht, sexuelle Kontakte im Internet anzubahnen, wird bestraft. Außerdem dürfen sich Ermittler seither Zutritt zu geschlossenen Foren im Darknet verschaffen, in denen mit Kinderpornographie gehandelt wird. Von einem „wichtigen Schritt zum Schutz von Kindern“ war damals die Rede. Doch daran, dass der Schritt nicht ausreichte, zweifelt inzwischen niemand mehr. Je stärker die Ermittlungsbehörden sich diesem Feld widmen, desto mehr finden sie. Das lässt sich in Nordrhein-Westfalen beobachten. Vor zwei Tagen wurde eine neue Dimension des Grauens bekannt: Allein im Missbrauchsfall Bergisch-Gladbach ist mittlerweile von 30.000 IP-Adressen die Rede, unter denen Pädokriminelle sich im Internet ausgetauscht haben sollen. Personen, die noch kein Kind vergewaltigt hatten, wurden dazu ermutigt oder sogar gedrängt.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Von „erschütternden sexualisierten Gewalttaten“, die Kindern „unermessliches Leid“ zugefügt hätten, sprach Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) am Mittwoch. „Angesichts der Dimension dieser systematisch organisierten Greueltaten müssen wir ein ganz klares Signal aussenden, dass der Schutz unserer Kinder oberste Priorität hat.“ Die Ministerin stellte Eckpunkte für ein Reformpaket vor, das an zwei Stellen ansetzt. Zum einen soll das Strafrecht verschärft werden; zum anderen will die Justizministerin die Prävention stärken, um „höhere Wachsamkeit und Sensibilität für Kinder“ zu erreichen.

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