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Terrorverdächtige festgenommen : „Scharfmacher und Radikalisierer“

  • Aktualisiert am

Einer der Verdächtigen wird in die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gebracht. Bild: dpa

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind fünf Terrorverdächtige festgenommen worden. Sie sollen mit ihrem überregionalen Netzwerk Kämpfer für den IS in Syrien angeworben haben.

          Der Bundesanwaltschaft ist ein Schlag gegen die Islamisten-Szene in Deutschland gelungen. Nach monatelangen Ermittlungen wurden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Dienstagmorgen fünf IS-Verdächtige verhaftet. Das teilte die Behörde mit.

          Die Festgenommenen werden sind bisher „nur“ der Unterstützung des terroristischen „Islamischen Staats“ dringend verdächtig. Doch sind nach Informationen von FAZ.NET den Ermittlern zum ersten Mal in dieser Zahl „Scharfmacher“ und „Radikalisierer“ ins Netz gegangen.

          Justizminister Heiko Maas (SPD) teilte mit: „Das ist ein wichtiger Schlag gegen die extremistische Szene in Deutschland. Der Generalbundesanwalt ermittelt, weil der Verdacht besteht, dass es Verbindungen zum Islamischen Staat gibt.“

          Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR gilt „Abu Walaa“ den Behörden bereits seit Jahren als zentrale Figur der deutschen Islamisten. „Das ist der Schlimmste“, werden Sicherheitskreise zitiert. Seit Herbst des vergangenen Jahres ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen ihn und mutmaßliche Helfer.

          Es handelt sich laut Bundesanwaltschaft um den 32 Jahre alten irakischen Staatsangehörigen Ahmad Abdulaziz Abdullah A., den 50-jährigen türkischen Staatsangehörigen Hasan C., den 36-jährigen deutschen und serbischen Staatsangehörigen Boban S., den 27-jährigen deutschen Staatsangehörigen Mahmoud O. und den den 26-jährigen kamerunischen Staatsangehörigen Ahmed F. Y.

          Sie sollen vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den Dschihad angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben.

          Die Bundesanwaltschaft kam dem Beschuldigten durch den Fall des 22 Jahre alten Deutschen Anil O. auf die Schliche. Er war am 23. September verhaftet bei seiner Rückkehr aus der Türkei am Flughafen Düsseldorf verhaftet worden - wegen des dringenden Verdachts der Mitgliedschaft im IS.

          Anil O. war im August 2015 von Deutschland über die Türkei nach Syrien gereist. Dort schloss er sich dem IS an und wurde in einem Ausbildungslager im Umgang mit Waffen unterwiesen. Anschließend erhielt er mindestens ein Schnellfeuergewehr „Kalaschnikow“ und mehrere Handgranaten. Hiermit hielt er sich für den bewaffneten Kampf bereit. Zudem forderte er weitere Personen in Deutschland auf, ebenfalls in das Gebiet des sogenannten „Islamischen Staates“ zu reisen und dort dauerhaft zu leben.

          Ziel des nun ausgehobenen Netzwerks war es, Männer wie Anil O. an den „IS“ nach Syrien zu vermitteln.

          In Hildesheim durchsuchten Polizisten am Dienstagmorgen eine Wohnung. Außerdem waren die Beamten auch in der Moschee des „Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim“ (DIK) im Einsatz, die bereits Ende Juli durchsucht worden war. Polizisten beschlagnahmten in einer Wohnung einen Computer.

          In den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Duisburg nahm die Polizei nach den Medien-Angaben zudem zwei weitere Prediger fest, die ebenfalls Teil des salafistischen Netzwerks um den Iraker sein sollen. Die Männer sollen bei Predigten in Wohnungen für den IS geworben und zur Ausreise in den Dschihad aufgerufen haben. Auch ihnen wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.

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