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Kampf gegen den IS : Wir fliegen nicht

Kann noch fliegen: Deutscher Eurofighter Bild: dpa

Die Deutschen würden zwar gerne mehr Verantwortung in der Welt übernehmen, sie können es aber gar nicht. Denn das militärische Material ist kaum einsatzfähig.

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          Die Koalition gegen den „Islamischen Staat“ wird größer. Erst haben nur die Amerikaner Stellungen der Terrormiliz bombardiert. Jetzt steigen auch die Briten ein, das Unterhaus hat am Freitag sieben Stunden darüber debattiert, am Ende stimmten fast alle Abgeordneten dafür. Wenige Stunden später starteten auf Zypern stationierte Tornados zu ihren ersten Einsätzen. In Kürze werden auch die Dänen Angriffe fliegen, die Regierungschefin hat sieben F-16-Kampfflugzeuge in Aussicht gestellt. Diese Unterstützung ist gut und richtig; es reicht nicht, wenn nur Washington Verantwortung übernimmt. Denn was in Syrien und im Irak geschieht, trifft zuerst die Europäer: mit großen Flüchtlingsströmen und Dschihadisten, die in ihre Heimatländer zurückkehren.

          Schon 2011 hatte sich eine Koalition der Willigen gebildet, es ging um Libyen. Erst verhinderten Amerikaner und Franzosen ein Gemetzel in Benghasi. Dann schlossen sich ihnen immer mehr Nationen an. Briten, Dänen, Norweger, Italiener, Spanier, insgesamt 19 Staaten. Einer fehlte: Deutschland. Die schwarz-gelbe Regierung wollte nicht. Sie entzog der Nato sogar wichtige Fähigkeiten. Offiziere durften nicht mehr an Bord von Awacs-Flugzeugen in der Region sein, im Mittelmeer machten zwei Fregatten kehrt. Heute steigt Unionspolitikern die Schamesröte ins Gesicht, wenn man sie daran erinnert.

          Aber immerhin: Es war eine politische Entscheidung. Wenn es jetzt um den Irak geht, gibt es für Deutschland nichts mehr zu entscheiden. Die meisten unserer teuren Tornados und Eurofighter stehen am Boden. Sie werden gewartet, sind kaputt oder werden ausgeschlachtet, weil anderswo Ersatzteile fehlen. Der Inspekteur der Luftwaffe musste diese Woche im Verteidigungsausschuss einen Offenbarungseid leisten: Die Grenzen der Einsatzbereitschaft seien erreicht.

          Also, schöne Grüße an die Verbündeten! Wir schauen euch zu und reden derweil darüber, wie wir mehr Verantwortung in der Welt übernehmen.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

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