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Kampf gegen Corona : Regierung prüft 3-G-Regeln für Reisende in Bahn und Flugzeug

  • Aktualisiert am

Reisende Ende August am Hauptbahnhof in Köln Bild: dpa

Wegen weiter sehr stark steigender Corona-Fallzahlen prüft die Regierung, ob künftig nur noch Geimpfte, Getestete und Genesene Fernzüge und Inlandsflüge nutzen dürfen. Die FDP hält das nicht für sinnvoll.

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          Zur Eindämmung der Corona-Pandemie prüft die Bundesregierung, ob künftig nur noch Geimpfte, Getestete und Genesene Fernzüge und Inlandsflüge nutzen dürfen. „Wir haben sehr stark steigende Fallzahlen, und deswegen ist es richtig, zu prüfen, was helfen kann, diesen Anstieg der Fallzahlen zu dämpfen und möglichst zu stoppen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die Bahn wollte sich zu den Plänen noch nicht äußern. Das Bundesverkehrsministerium ist mit der Prüfung befasst, wie ein Sprecher bestätigte.

          Der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen hält eine sogenannte 3-G-Regelung für Züge und Inlandsflüge für „längst überfällig“. Eine umfassende Teststrategie sei neben den Impfungen entscheidend, um die vierte Welle der Infektionen einzudämmen. Kritik an dem Vorhaben der Regierung kam von FDP und AfD. Der stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki sagte, eine Verschärfung der Auflagen ergebe nur Sinn, wenn durch die Pandemie eine größere Gefahr entstehe. „Diese ist aber nicht ersichtlich und wird auch von der Bundesregierung nicht dargelegt.“ AfD-Parteichef Tino Chrupalla sagte, die Regierung wolle durch „Schikanierung“ der Bürger eine ohnehin verfassungswidrige Impfpflicht ersetzen.

          In Hamburg können sich von diesem Samstag an Veranstalter und Restaurantbetreiber für das sogenannte 2-G-Optionsmodell anmelden. Das erlaubt es, nur Geimpfte und Genesene einzulassen, Getestete müssen draußen bleiben. Dafür entfallen Einschränkungen wie Abstandsregeln. Bedenken wurden unter anderem von der Elbphilharmonie geäußert, dort will man bei dem 3-G-Modell bleiben. „Mit aktuellem negativen PCR-Test sollte der Zugang weiterhin jedem Menschen möglich sein“, hieß es.

          Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg erarbeitet derzeit eine Corona-Verordnung, in der weitere Einschränkungen für Ungeimpfte vorgesehen sind, wie das Verbot von Restaurantbesuchen oder sogar Ausgangsverbote. Die Verordnung soll aber nur in Kraft treten, falls die Intensivstationen der Krankenhäuser vor der Überlastung stehen.

          Spanien wird von Sonntag an nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Auch der Großraum Lissabon in Portugal sowie Chile gelten von Sonntag an nicht mehr als Hochrisikogebiete. Neu auf der Liste ist dagegen von Sonntag an Jamaika.

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