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Gorch-Fock-Sanierung : Ende einer Seefahrt

Stolz der deutschen Marine: Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ zu seinen besten Zeiten. Heute liegt es auseinandergenommen im Dock. Bild: Henn Photography / Cultura RF

Ein paar Wochen nur sollte die „Gorch Fock“ gewartet werden. Daraus wurden Jahre – und die Kosten stiegen immer weiter. Mittlerweile hat die Ministerin einen Zahlungsstopp veranlasst. Nun ist sogar die Rede von Korruption.

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          Ein entsetzliches Stöhnen muss sich dem geschundenen Rumpf der „Gorch Fock“ entwunden haben, als das Verteidigungsministerium im Dezember die Zahlungen für ihre Instandsetzung stoppte. Jahre auf See und Kaskaden tölpischer Werftarbeiten hatten Steven und Spanten des Windjammer verdreht und Rostfraß begünstigt. Schlampige Marine-Gutachten, repräsentationssüchtige Vizeadmirale und unzuverlässige Werften haben der deutschen Drei-Mast-Bark schwer zugesetzt. Nun droht das Ende. Entmastet, zerlegt und ausgenommen liegt sie derzeit auf einem Werftgelände bei Bremerhaven. Nebenan hausen seit Januar 2016 auch Teile der Stammbesatzung des Schiffs. Niemand weiß, ob die „Gorch Fock“ die Werft jemals schwimmend verlassen wird oder als zerlegtes Wrack.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Die junge Bundesrepublik hatte das Schiff mit einer Rumpflänge von rund 70 Metern 1958 in Auftrag gegeben. Nach kurzer Bauzeit auf einer Hamburger Werft wurde es der Marine anvertraut. Der Bau konnte sich auf alte Konstruktionspläne stützen, es war schon ein Schiff gleichen Namens auf Kiel gelegt worden. Nach kurzer Dienstzeit im Dritten Reich und Selbstversenkung gegen Kriegsende war es 1948 gehoben und dann unter dem Namen Towarischtsch in sowjetische Dienste gegangen. Heute liegt die „Gorch Fock 1“ in Stralsund an der Hafenmole.

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