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Im Kalten Krieg : Bundeswehr soll Chemiewaffen-Einsatz geplant haben

  • -Aktualisiert am

Ein amerikanischer Soldat trägt eine Gasmaske, um sich vor Giftgas zu schützen. Bild: AFP

Die Bundeswehr soll in Zeiten des Kalten Krieges im großen Stil Chemiewaffen von Amerika verlangt haben. Trotz der Ablehnung waren die Pläne für einen möglichen Einsatz offenbar schon weit gediehen.

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          Die Bundeswehr soll während des Kalten Krieges den Einsatz von Chemiewaffen geplant haben. Das gehe aus streng geheimen Akten der Bundeswehr und der amerikanischen Regierung hervor, die NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ vorliegen. Demnach stieß die Bundesrepublik erstmals 1961 eine Debatte um den Besitz von Chemiewaffen in geheimen Sitzungen der Nato an. Der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Friedrich Foertsch, sagte: „Wir können auf solche Mittel nicht verzichten.“

          Die Vereinigten Staaten besaßen damals Chemiewaffen, weil sie diese als Vergeltungswaffen bei einem möglichen Angriff der Sowjetunion eingesetzt hätten. Auch die Bundesregierung wollte demnach nicht auf C-Waffen verzichten. 1963 habe Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (CDU) die amerikanische Regierung gebeten, 14.000 Tonnen Chemiewaffen an die Bundesrepublik zu liefern. Der amerikanische Amtskollege hätten dem zugestimmt, nur das Außenministerium habe Bedenken geäußert. 1966 habe sich die amerikanische Regierung gegen eine Weitergabe von Chemiewaffen entschieden. Nur im Kriegsfall wären die Vereinigten Staaten bereit gewesen, derartige Waffen an die Alliierten zu liefern.

          Allerdings habe die Bundeswehr trotzdem einen möglichen C-Waffen-Einsatz geplant. In einem kleinen Kreis von Offizieren soll zwischen 1962 und 1968 detailreich eine mögliche Verwendung geplant worden sein. Dies sei in Rücksprache mit dem Verteidigungsminister geschehen. Nach sechs Jahren seien die Planspiele eingestellt worden.

          Die Bundesregierung bestritt bisher immer derartige Pläne verfolgt zu haben. Mehrere Berichte Ende der sechziger und siebziger Jahre behaupteten dies bereits damals. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es nun, es besitze keine Informationen, weil die Vorgänge zu weit zurückliegen würden. „Heute existieren auf deutschem Boden weder in deutscher noch in Verantwortung von Nato-Verbündeten Chemiewaffen.“

          Bereits das Genfer Protokoll von 1925 verbietet den Gebrauch von chemischen Waffen. Die Bundesregierung verpflichtete sich außerdem 1954 auf den Verzicht von C-Waffen. Aber erst seit der Chemiewaffenkonvention von 1997 sind der Besitz, die Herstellung und der Einsatz von C-Waffen weltweit verboten.

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