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Kämpfe um Aleppo : Türkei verstärkt Grenztruppen

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Eine durch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und islamistischen Rebellen schwer beschädigte Moschee in der Altstadt der nordsyrischen Stadt Aleppo. Bild: Reuters

Im nordsyrischen Aleppo haben islamistische Rebellen eine Offensive zur Eroberung der strategisch wichtigen Stadt begonnen. Die Türkei ist besorgt über die Eskalation und trifft militärische Vorkehrungen. Unterdessen meldet Washington einen Erfolg gegen die Terrormiliz IS.

          Im nordsyrischen Aleppo eskalieren die Kämpfe zwischen Islamisten und Regierungstruppen. Einheiten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad flogen am Freitag Luftangriffe gegen Stellungen der Rebellen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte.

          Die Islamisten hatten eine Großoffensive mit dem Ziel gestartet, die vollständige Kontrolle über die zwischen Aufständischen und Regierungseinheiten geteilte frühere Wirtschaftsmetropole zu erlangen.

          Sollte die Stadt in ihre Hand fallen, würden künftig die streng islamischen Regeln der Scharia gelten, erklärten die Islamisten. Als Reaktion auf die heftigen Kämpfe verstärkte die Türkei ihre Truppen an der Grenze zu Syrien. Die Maßnahmen dienten allein dem Schutz des Landes, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Es sei nicht geplant, dass türkische Einheiten ins Nachbarland vorrückten.

          Sollte Aleppo an die Rebellen fallen, wäre dies ein großer Rückschlag für Assad. Sein Einflussbereich wäre dann weitgehend auf ein Gebiet beschränkt, das sich von der Hauptstadt Damaskus bis zum Mittelmeer erstreckt. De facto wäre Syrien damit geteilt - im Westen hätte Assad das Sagen, das übrige Gebiet wäre unter Kontrolle verschiedener Rebellengruppen. Auch die radikalislamische Miliz Islamischer Staat kontrolliert weite Teile Syriens und des Nachbarlandes Irak.

          Islamistische Gruppen, darunter der Al-Qaida-Ableger Nusra-Front, erklärten, ihr Ziel sei eine „Befreiung“ Aleppos. Die der Opposition nahestehenden Beobachtungsstelle zufolge feuerten die Aufständischen Hunderte Artilleriegranaten auf den Westen der Stadt ab, der von Regierungstruppen gehalten wird. Bei den Luftangriffen der Regierungseinheiten wurden syrischen Militärkreisen zufolge zahlreiche Rebellen getötet.

          Die Türkei verlegte nach Angaben aus Sicherheitskreisen zusätzliche Soldaten, Ausrüstung wie auch Spezialkräfte an die Grenze zu Syrien. Von dort sind es noch etwa 50 Kilometer bis Aleppo. In einigen Medien war zuletzt spekuliert worden, dass ein grenzübergreifender Einsatz unmittelbar bevorsteht.

          Pentagon verkündet Tod eines IS-Anführers

          Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat das internationale Bündnis unterdessen einen hochrangigen IS-Anführer getötet. Der tunesische Extremist Tarek ben Tahar al-Awni al-Harzi sei bei einem Luftangriff in Syrien getötet worden, teilte das Pentagon in Washington mit. Auf ihn hatten die Vereinigten Staaten ein Kopfgeld von drei Millionen Dollar ausgesetzt.

          Der Tod des IS-Anführers werde es der Terrormiliz erschweren, Kämpfer und Ausrüstung in und aus dem Irak sowie Syrien zu bringen, sagte Pentagonsprecher Jeff Davis. Der 33 Jahre alte IS-Mann habe den Extremisten in Libyen gekaufte Waffen geliefert und Sprengsätze für Autobomben- und Selbstmordanschläge besorgt. Laut State Departement half er auch Kämpfern aus Europa, über die Türkei nach Syrien zu gelangen. Der Angriff fand bereits am 16. Juni in Syrien statt.

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