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Jasper von Altenbockum (kum.)

Kabinettsumbildung? : Merkel-Kritik auf Söders Art

Markus Söder in Seeon vor protestierenden Landwirten. Bild: dpa

Söder sagt verklausuliert nichts anderes als Friedrich Merz nach den verlorenen Landtagswahlen: So geht es nicht weiter.

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          Am Alter der Kabinettsmitglieder kann es nicht liegen, dass Markus Söder eine Verjüngung gefordert hat. Das Durchschnittsalter muss ihm geradezu dynamisch vorkommen, es liegt derzeit bei 53 Jahren. Mithin ist das Kabinett so alt, wie er selbst gerade geworden ist.

          Söders Vorstoß für eine Kabinettsumbildung kann ohnehin nur auf die CSU-Mitglieder zielen, denn weder CDU noch SPD kann er vorschreiben, wen sie für jung und dynamisch zu halten haben. Der CSU-Vorsitzende bringt sich damit selbst in Zugzwang, etwas freundlicher ausgedrückt: Er zeigt den CSU-Ministern, was sie ohnehin wissen, dass nicht etwa die Kanzlerin, sondern immer noch er das Sagen hat, wer nach Berlin darf – und wie lange.

          Beides ist ein Wink in Richtung des CSU-Seniors Horst Seehofer, aber auch der CDU, sich ähnlich intensiv wie die CSU Gedanken über die kommende Bundestagswahl zu machen.

          Söder sagte mit Blick auf die Chancen, 2021 mehr als nur einen Blumentopf zu gewinnen, nichts anderes als Friedrich Merz nach den verlorenen Landtagswahlen: So kann es nicht weitergehen. Selbst die Kanzlerin scheint den Anflug eines Einsehens zu haben, wenn sie sich mehr „Tempo oder Dynamik“ wünscht.

          Käme nun aber nichts weiter dabei heraus, wäre das nicht eine Bestätigung Merkels, sondern eine Bestätigung der Kritik Söders. Die richtete sich spätestens dann aber in erster Linie gegen die CDU-Seniorin, die wenigstens auf dem Papier die Hoheit am Kabinettstisch beansprucht und dort auch im 15. Jahr für „Dynamik“ zu sorgen hat.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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