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K-Frage der Union : Junge Union mit deutlicher Mehrheit für Söder

  • Aktualisiert am

Markus Söder beim digitalen Deutschlandtag der Jungen Union im November 2020. Bild: dpa

CSU-Chef Markus Söder ist zu Gesprächen über die Kanzlerkandidatur nach Berlin geflogen. Immer mehr CDU-Leute sprechen sich für ihn aus. Auch 14 Landesverbände der Jungen Union votierten am Abend für den Franken.

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          Der Machtkampf zwischen dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder um die Kanzlerkandidatur der Union spitzt sich zu. Die von beiden selbst gesetzte Frist für eine Einigung läuft an diesem Sonntag ab. Söder sei bereits nach Berlin geflogen, berichteten der Sender RTL, der Bayerische Rundfunk und die „Bild“-Zeitung am Sonntagabend. Das wurde als Zeichen dafür gewertet, dass eine Einigung der Union in der K-Frage womöglich kurz bevorsteht.

          14 Landesverbände der Jungen Union sprachen sich am Abend mit deutlicher Mehrheit für Markus Söder aus. Der nordrhein-westfälische Verband, der ein Viertel der Mitglieder des Bundesverbands stellt, votierte hingegen für Laschet.

          Sollten sich die Rivalen bis Montag nicht einigen, könnte es auf eine Entscheidung in der Bundestagsfraktion am Dienstag hinauslaufen. Auch eine Sondersitzung des CDU-Vorstands an diesem Montag galt in der Partei als möglich. Bis zum Sonntagnachmittag gab es dazu aber offenbar noch keine Einladung.

          „Die Uhr tickt unaufhörlich“

          Der Berliner CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner sprach sich am Sonntag für Söder als Kanzlerkandidat aus. Das Stimmungsbild sei in der CDU eindeutig, sagte Wegner in der ARD nach einer Konferenz des Vorstands des Berliner Landesverbandes. Dabei hatten sich die Mitglieder bis auf zwei Enthaltungen für Söder ausgesprochen. „Es gibt eine große Sehnsucht nach Markus Söder“, so Wegner. Der CDU-Vorsitzende Laschet sei dennoch ein guter Parteichef.

          Eine Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands zur Unterstützung Laschets lehnte Wegner jedoch mit den Worten „Das ist Quatsch“ ab. Wenn sich die beiden nicht einigten, müsse die CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Dienstag entscheiden.

          Damit droht auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann. „Die Uhr tickt unaufhörlich“, sagte Grundmann am Sonntag der Zeitung „Welt“. „Sollte eine Entscheidung nicht sehr zeitnah vor Dienstag fallen, wird sich durch den beantragten Tagesordnungspunkt in unserer Fraktion die historische Entscheidung der CDU/CSU-Fraktion von 1979 halt wiederholen.“ Damals hatte sich die Fraktion im Rennen zwischen Ernst Albrecht (CDU) mit Franz-Josef Strauß (CSU) für Strauß entschieden. Dieser verlor dann die Bundestagswahl.

          Grundmann, der den norddeutschen Wahlkreis Stade I – Rotenburg II vertritt, betonte, dass Söder sogar die CDU-Wähler an der Küste „elektrisiere“.

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