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Chemnitz-Haftbefehl : Justizministerium suspendiert geständigen Vollzugsbeamten

  • Aktualisiert am

Gedenken an den ermordeten Deutsch-Kubaner in Chemnitz. Bild: dpa

Ein 39 Jahre alter Justizbeamter soll das Dokument in sozialen Netzwerken verbreitet haben. Der Folgen seines Handelns will er sich nicht bewusst gewesen sein. Die Ermittlungen dauern an.

          Nach dem Mord an einem 35 Jahre alten Deutsch-Kubaner in Chemnitz hat sich am Donnerstag ein Justizvollzugsbeamter aus Dresden dazu bekannt, den Haftbefehl gegen die beiden Tatverdächtigen Alaa S. und Yousif A. fotografiert und weitergegeben zu haben.

          „Ich wollte, dass die Wahrheit und nur die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit kommt“, sagte Daniel Zabel der „Bild“-Zeitung. Die Konsequenzen seines Handelns seien ihm dabei nicht bewusst gewesen, so der 39 Jahre alte Mann weiter. Die Entscheidung, sich zu offenbaren, ist dabei eine Folge der Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft gewesen. Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen hatten am Mittwoch laut eigener Auskunft im Zuge der Ermittlungen acht Durchsuchungen durchgeführt - darunter auch in der Wohnung des Mannes. Da sei ihm klar gewesen, dass er sich habe offenbaren müssen, so Zabel.

          Der Haftbefehl war zunächst bei der Bürgerinitiative „Pro Chemnitz“, Pegida-Gründer Lutz Bachmann und weiteren Accounts, die dem rechtspopulistischen oder rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind, aufgetaucht. Die Posts des Haftbefehls wurden später von der Staatsanwaltschaft Dresden als authentisch eingestuft. Da nur in einigen Beiträgen Stellen geschwärzt wurden, war früh offenkundig, dass der Erstverbreiter den Haftbefehl geleakt hatte, ohne Informationen zu schwärzen.

          Dadurch waren die Identitäten des Opfers, der Tatverdächtigen, von Zeugen und des zuständigen Richters ebenso öffentlich geworden wie die Details zur Tat. Ob Zabel die Tat tatsächlich begangen hat, ist damit noch nicht gesagt. Die Durchsuchung am Mittwoch habe jedoch den Anfangsverdacht gegen den Beschuldigten erhärtet, sagte ein Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dresden am Donnerstagabend FAZ.NET. „Ob weitere Personen beteiligt waren, muss die Zukunft zeigen“. Die Ermittlungen dauerten an.

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