Juso-Chef Kevin Kühnert : Der neue Herr im Haus

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans waren die Kandidaten von Kevin Kühnert. Wächst nun sein Einfluss in der SPD? Der mitunter harmlos wirkende Juso-Chef ist sich seiner Macht durchaus bewusst.
Das beste Ergebnis in der SPD haben nicht etwa die beiden neuen designierten Vorsitzenden geholt. Nein, es ist Kevin Kühnert. Der kam nämlich auf 88 Prozent, vor anderthalb Wochen bei seiner Wiederwahl zum Juso-Vorsitzenden. Zwar hatte er anders als Esken und Walter-Borjans keinen Gegenkandidaten, doch verraten diese 88 Prozent ziemlich viel über die Fähigkeiten Kühnerts, Menschen zu mobilisieren und für seine Sache einzunehmen. Denn die Jusos sind eigentlich überhaupt nicht die homogene Gruppe, als die sie unter Kühnert erscheinen. Die 80.000 Mitglieder, also fast jedes fünfte SPD-Mitglied, gehören unterschiedlichen Strömungen an. Die Hamburger Jusos etwa sind pragmatischer, die hessischen radikaler. Auf Juso-Bundeskongressen herrscht mitnichten fröhliche Solidarität, sondern es wird mitunter um jedes Wort in einem jeden Antrag gestritten.





