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Mobile Flüchtlingsberatung : „Stolzes Mitglied der Anti-Abschiebe-Industrie“

Beratung auf der Ladefläche: Der Infobus bietet Geflüchteten rechtliche Hilfe um Asylverfahren an Bild: Münchner Flüchtlingsrat e.V.

Viele Flüchtlingshelfer sehen sich vom Staat in ihren Vorhaben behindert – dabei füllen sie nach eigener Ansicht eine Lücke, die es eigentlich gar nicht geben dürfte.

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          Der Linienbus in die Stadt fährt nur dreimal in der Stunde. In Sichtweite der Haltestelle ein Baumarkt, daneben eine Autowerkstatt, etwas abseits ein Fitnessstudio. Kaum ein Münchner lebt in diesem Viertel im Norden der Stadt, es ist mehr Gewerbe- als Wohngebiet. Nur ein ockerfarbener Zweckbau fällt aus der Reihe, wenige Schritte von der Haltestelle entfernt, darin untergebracht ist eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete, das triste Gebäude bietet 460 Personen Platz. An einem Mittwochnachmittag fährt Elisabeth Fessler mit einem weißen Kleinbus vor.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Die Ladefläche ist mit einem Tisch und Bänken ausgestattet, in der Ecke etliche Wörterbücher, an der Innenwand hängt ein Plakat mit der Aufschrift: „Keine Abschiebungen nach Afghanistan“. In dem sogenannten Infobus beraten Fessler und ein paar Ehrenamtliche an vier Tagen in der Woche Flüchtlinge. An diesem Tag werden sie wieder zwei Stunden vor der Unterkunft stehen und versuchen, in asylrechtlichen Fragen zu helfen. Manche Flüchtlinge, die schon auf die Ankunft des Busses warten, sind erst seit ein paar Stunden dort, haben gerade erst die deutsche Grenze übertreten. So wie ein Nigerianer, der von Fessler wissen will, welche Fragen in der ersten Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) so gestellt werden. Fessler bittet ihn zum Gespräch auf die Holzbank. Sie sagt: „Wenn die Leute neu sind, können sie so vieles nicht wissen.“

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