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Städtchen wechselt Kanton : Sieg der Separatisten

Die Schweizer Nationalfahne Bild: dpa

In der Schweiz wechselt die Kleinstadt Moutier den Kanton. Eine Abstimmung über die Jura-Frage entschieden die Separatisten knapp für sich. In den sechziger Jahren gab es wegen der Auseinandersetzung sogar Anschläge.

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          Der frühere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat die Schweiz einmal als ein kleines Europa bezeichnet. Schließlich umfasst auch sie deutsch-, französisch- und italienischsprachige Regionen. Diese Landesteile leben zwar eher nebeneinander her, aber aus der Eidgenossenschaft will keiner von ihnen ausscheren. Während zum Beispiel in Südtirol Separatisten die Loslösung von Italien fordern, fühlen sich die Tessiner im Schoß der wohlhabenden Schweiz weiterhin wohl. Territoriale Abgrenzungsbewegungen gibt es nur unterhalb der nationalen Ebene – und dort vor allem in einem Kanton, den es erst seit 1979 gibt: dem Jura.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Das als Berner Jura bezeichnete Gebiet des ehemaligen Fürstbistums Basel war 1815 vom Wiener Kongress dem Kanton Bern zugesprochen worden, als Ersatz für die zu selbständigen Kantonen gewordenen Untertanengebiete Waadt und Aargau. Zu einer wirklichen Verschmelzung zwischen dem alten und dem neuen Kantonsteil kam es danach aber nicht, weil Bern vielfach keine glückliche Hand im Umgang mit der Französisch sprechenden und dazu noch großenteils katholischen Minderheit hatte. Bei Entscheidungen im Kantonsparlament wie bei Volksabstimmungen fühlten sich die Jurassier oft systematisch fremdbestimmt. Dazu kam ein Gefühl der wirtschaftlichen Vernachlässigung, wenn nicht Ausbeutung des stärker industrialisierten Jura durch den landwirtschaftlich geprägten Berner Kantonsteil.

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