https://www.faz.net/-gpf-ur22

Bundeswehr : Jung präsentiert Entwurf für Ehrenmal

  • Aktualisiert am

Eine Halle in Form einer Erkennungsmarke, die jeder Bundeswehrsoldat im Einsatz trägt Bild: AP

Auf dem Berliner Gelände des Verteidigungsministeriums soll an getötete Bundeswehrangehörige erinnert werden. Doch Jungs Initiative stößt auf Unmut in der FDP - sie fordert eine breite, öffentliche Diskussion über das Ehrenmal im Parlament.

          2 Min.

          Verteidigungsminister Jung (CDU) hat am Mittwoch den Entwurf für das Ehrenmal präsentiert, das auf dem Berliner Gelände des Verteidigungsministeriums an Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr erinnern soll, die im Dienst ums Leben gekommen sind.

          Die Pläne sehen vor, eine Halle zu errichten, die nach Auskunft des Architekten Andreas Meck von einem „Bronzekleid“ umhüllt ist, das in Form von halbrunden Ausstanzungen Gestaltungselemente einer Erkennungsmarke aufnimmt, die jeder Bundeswehrsoldat im Einsatz trägt. Die Anlage soll frei zugänglich für die Öffentlichkeit sein.

          Nicht unumstritten

          Das Ehrenmal, das auf Initiative Jungs bis Mitte des kommenden Jahres nach fertig gestellt werden soll, ist nicht unumstritten, weil etwa die FDP-Opposition im Bundestag fordert, über das Gedenken an die Toten – und damit auch über das Ehrenmal – müsse das Parlament bestimmen.

          Nach Auffassung des Koalitionspartners SPD liegt es jedoch es im Ermessen des Verteidigungsministers, über ein Ehrenmal für Bundeswehrangehörige zu bestimmen. Die Verteidigungspolitiker der Union hießen Jungs Vorhaben am Mittwoch noch einmal ausdrücklich gut. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Schneiderhan, sagte, die Errichtung eines Ehrenmals sei „nicht nur angemessen, sondern überfällig“. Schneiderhan hatte bei Auswahl aus sechs Entwürfen mitgewirkt, die das Verteidigungsministerium von namhaften Architekten und Bildhauern erbeten hatte. Der Auswahlkommission, die vom Chef des Planungsstabes, Schlie, geleitet wurde, gehörten zudem der frühere Bauminister Schneider, die Architekten Braunfels und Sattler sowie der Historiker Stölzl an.

          „Den Toten unserer Bundeswehr“

          Nachdem Jung zunächst an einen Gedenkort für die Soldaten gedacht hatte, die bei Auslandseinsätzen etwa auf dem Balkan oder in Afghanistan ums Leben gekommenen waren, soll nun ein Ehrenmal aller seit Bestehen der Bundeswehr getöteten Militärangehörigen gedenken. An Angehörige der Nationalen Volksarmee der DDR, die in ihrem Dienst ums Leben kamen, soll nicht erinnert werden. Es gebe, so sagte der Minister, beim Ehrenmal, einen ausdrücklichen Bezug zur Bundeswehr und zum Grundgesetz, was sich schon in der Inschrift zeige. Diese soll lauten: „Den Toten unserer Bundeswehr – Für Frieden, Recht und Freiheit.“

          Der FDP-Vorsitzende Westerwelle sagte, es gehe auch im Fall des Ehrenmals darum, ob man die Bundeswehr als „Regierungsarmee“ oder als „Parlamentsarmee“ begreife. Nach Auffassung seiner Fraktion solle sich das Parlament in breiter, öffentlicher Diskussion mit dem Vorhaben befassen, so wie das auch bei anderen umstrittenen Gedenkstätten der Fall gewesen sei.

          Weitere Themen

          Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter Video-Seite öffnen

          Armenien gegen Aserbaidschan : Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter

          Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan über die Region Nagornyi Karabach eskaliert weiter. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warf der Türkei vor, dschihadistische Kämpfer aus Syrien über ihr Staatsgebiet nach Nagornyi Karabach reisen zu lassen, um Aserbaidschan zu unterstützen.

          Topmeldungen

          Fluggesellschaften leiden unter der Corona-Krise und müssen Personal entlassen.

          Amerikanische Wirtschaft : Massenentlassungen kurz vor der Wahl

          Donald Trump steckt im Dilemma. Wenn er ein großzügiges Hilfspaket durchsetzt, gibt er zu, dass die Wirtschaft doch nicht so brummt, wie er immer behauptet.
          Französische Sicherheitskräfte nach dem Messerangriff vor dem früheren Redaktionsgebäude der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris

          Regierung in Paris alarmiert : Von Islamisten unterwandert

          Der Islamismus breitet sich in der französischen Gesellschaft immer weiter aus und dominiert mittlerweile ganze Stadtviertel. Die Regierung in Paris will ihn mit schärferen Gesetzen zurückdrängen.
          Ein Schlauchboot, mit dem Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien übergesetzt sind.

          London will abschrecken : Fähren für Asylbewerber?

          Immer mehr Migranten erreichen Großbritannien über den Ärmelkanal. Die Regierung will die Migration jetzt eindämmen. Auch die Einrichtung von Asylzentren auf Papua Neuguinea soll dafür im Gespräch gewesen sein.
          Spuren der Verwüstung: Ein Mann steht in einem zerstörten Mehrfamilienhaus in Tartar, Aserbaidschan.

          Rohstoffförderer Aserbaidschan : Der Krieg einer Öl-Macht

          Aserbaidschan liefert wichtige Rohstoffe nach Europa. Ein militärischer Konflikt mit Armenien könnte die Handelsbeziehungen nun gefährden. Die Türkei will das verhindern – aus eigenem Interesse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.