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Jugendschutz : Schröder nimmt FSK in die Pflicht

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Familienministerin Köhler: Wo „FSK 12” draufsteht, muss auch „FSK 12” drin sein Bild: ddp

Nach dem Filmtest der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist eine neue Diskussion über die FSK-Freigabestufen entbrannt. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) appellierte bei ihrem Treffen mit dem Gremium am Donnerstag an dessen Pflichtbewusstsein.

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          Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie (FSK) hat angekündigt, in der Fortbildung ihrer Prüfer stärker als bisher auf die „Problematik“ der Einordnung von Filmen in die Freigabestufen „ab 12“ oder „ab 16“ hinzuweisen. Das sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) nach einem Besuch bei der FSK am Donnerstag in Wiesbaden. Wenn ein Prüfgremium der Ansicht sei, ein Film sei für 14 Jahre alte Jugendliche in Ordnung, für zwölf Jahre alte Kinder aber noch nicht, dann müsse er die Freigabe „ab 16“ bekommen, sagte Frau Schröder.

          Die FSK gebe zwar keine pädagogischen Empfehlungen ab, sondern gehe lediglich davon aus, dass von Filmen mit bestimmten Altersfreigaben keine negative Wirkung auf ältere Kinder oder Jugendliche ausgehe. Zugleich hob die Ministerin die „große Verantwortung“ der FSK hervor. Wo „FSK 12“ draufstehe, müsse auch „FSK 12“ drin sein: „Eltern verlassen sich darauf.“

          Das Treffen war schon länger geplant, hatte aber durch Berichte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) den zusätzlichen Schwerpunkt „FSK 12“ erhalten. Frau Schröder hatte angesichts eines Filmtests, in dem die F.A.S. 46 von 100 Filmen mit FSK-12-Freigabe als für Zwölfjährige ungeeignet eingestuft hatte, Zweifel an der Arbeit der FSK geäußert.

          Fünfzehn Minuten mehr Diskussion

          Am Donnerstag sagte Frau Schröder, Jugendliche würden heute stärker mit Sexualität konfrontiert als vor 40 Jahren. Gesellschaftliche Entwicklungen spielten eine Rolle bei der Bewertung von Filmen. „Trotzdem ist die FSK auch Akteur“, sagte die Ministerin. „Sie setzt auch Werte, und es ist wichtig, dass sich die FSK dieser Verantwortung bewusst ist.“ Zur jüngsten Kritik auch an der Struktur der FSK, in deren Gremien Vertreter der Filmindustrie neben von Staat, Kirchen und Organisationen entsandten Prüfern sitzen, sagte Frau Schröder: „Ich finde nicht, dass es Aufgabe allein des Staates sein kann, Filme freizugeben.“

          Der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio), Steffen Kuchenreuther, sagte: „Zu diesem System gibt es keine Alternative.“ Die FSK ist eine hundertprozentige Tochter der Spio. Auch an den Freigabestufen sei nicht zu rütteln, weil sie „in den Köpfen der Leute drin“ seien. Zur aktuellen Debatte sagte Kuchenreuther: „Man betrachtet es anders als vor vier Wochen, ist sensibler: Man diskutiert vielleicht statt einer Viertelstunde eine halbe Stunde über eine Filmfreigabe.“ Die nächste Fortbildungsveranstaltung für die rund 40 Vorsitzenden der FSK-Prüfgremien findet Ende November statt. Nach Angaben von Folker Hönge, einem der drei hauptamtlichen Vertreter der obersten Landesjugendbehörden bei der FSK, wird das Thema „12/16“ der Themenschwerpunkt der Tagung sein.

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