https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/juedische-wissenschaftler-gehen-auf-distanz-zu-homolka-18417957.html

Nach Untersuchungsbericht : Jüdische Wissenschaftler distanzieren sich von Homolka

  • Aktualisiert am

Rabbiner Walter Homolka, Direktor des Abraham Geiger Kollegs in Potsdam, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im August 2021 Bild: dpa

Die Universität Potsdam hatte Rabbiner Walter Homolka Machtmissbrauch vorgeworfen. Jetzt fordert der Beirat des jüdischen Begabtenförderungswerks, Homolka als dessen Vorsitzenden abzuberufen.

          1 Min.

          Der Bericht der Unabhängigen Kommission der Universität Potsdam mit dem Vorwurf der Ämterhäufung, der Intransparenz und des Machtmissbrauchs durch Rabbiner Walter Homolka hat erste Folgen. Homolka ist Professor der Universität und Direktor und Geschäftsführer des Abraham Geiger Kollegs, an dem liberale Rabbiner und Kantoren ausgebildet werden. Mit einem klaren Mehrheitsbeschluss hat der Beirat des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) sich von Homolka als Vorsitzenden distanziert und dem Trägerverein empfohlen, Homolka aus allen Führungspositionen zu entfernen. Dem Beirat gehören dreißig führende jüdische Wissenschaftler aus allen Wissenschaftsbereichen in Deutschland an. Sie sind durch ihren Beschluss auf deutliche Distanz zu Homolka gegangen.

          Die im Potsdamer Untersuchungsbericht dokumentierte Feststellung der Ämterhäufung im akademischen Bereich wurde vom Beirat als gravierendes akademisches Fehlverhalten gesehen, das Homolka als Vorsitzenden von ELES disqualifiziert. ELES ist das Begabtenförderungswerk der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Es ist eine Initiative der Leo Baeck Foundation, deren Vorsitzender ebenfalls Homolka ist. Als eines von dreizehn vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studienwerken hatte sich ELES seit seiner Gründung im Jahr 2009 der Förderung des pluralistischen weltoffenen Judentums verschrieben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Sonne geht auf: Blick auf die Commerzbank und den Main in Frankfurt

          Comeback der Commerzbank : Von wegen „alte gelbe Bank“

          Die Rückkehr in den Dax krönt die Sanierung des Kreditinstituts. Es gibt einen Platz für die Commerzbank, wenn sie ihren klaren Fokus behält, mutig ist und die verbleibenden Baustellen abarbeitet.
          Der chinesische Ballon am 4. Februar vor der Küste von South Carolina

          Chinas Ballonfahrt : Das Misstrauen wächst

          Der Vorfall mit dem chinesischen Ballon über Nordamerika wird das Verhältnis zwischen Washington und Peking weiter belasten. Die Folgen können bis nach Europa reichen.
          Vielen zu teuer: Für 49 Euro pro Monat im Nahverkehr in ganz Deutschland nutzen

          Deutschlandticket : Das 49-Euro-Ticket ist vielen wohl zu teuer

          Von Mai an sollen Bürger für einen Festpreis den ganzen Nahverkehr im Lande nutzen können. Doch Forscher erwarten, dass nur eine Minderheit vom Auto in Busse, U- und S-Bahnen umsteigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.