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Aussagen des JU-Vorsitzenden : Schwer daneben

Der neue JU-Vorsitzende Tilman Kuban Bild: EPA

Tilman Kuban sollte noch ganz schnell ein paar Seminare zur Geschichte belegen. Vielleicht versteht der neue Chef der Jungen Union dann den Unterschied zwischen einer Parteiendemokratie und einer Diktatur etwas besser.

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          Tilman Kuban wird demnächst 32 Jahre alt. Seit gut einer Woche ist er Vorsitzender der Jungen Union, anders als sein Vorgänger hat er sein Studium abgeschlossen. Aber sonst? In einem Zeitungsgespräch meinte er die angebliche Diskussionsarmut in der CDU in den vergangenen Jahren mit einem belasteten Begriff beschreiben zu müssen: mit dem der Gleichschaltung. Dass er dafür Prügel vom politischen Gegner bezog, war zu erwarten; aber auch führende CDU-Leute konnten über diesen Ausrutscher (wenn es denn wirklich nur ein solcher war) nur den Kopf schütteln.

          Man muss sich schon fragen, wie der Vorsitzende der Jugendorganisation der Union dazu kommt, Meinungsbildung und Führungskultur in dieser Volkspartei mit Zuständen in totalitären Systemen zu vergleichen. Klar, er wird auch Zustimmung von Kritikern der Flüchtlingspolitik Merkels bekommen. Aber das macht den Vergleich nicht richtiger. Kuban sollte noch ganz schnell ein paar Seminare zur Geschichte belegen. Vielleicht versteht er dann den Unterschied zwischen einer Parteiendemokratie und einer Diktatur etwas besser.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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