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Rechte Bands in Themar : Journalist bei Neonazi-Festival angegriffen

  • Aktualisiert am

Besucher auf dem Weg zum Rechtsrockfestival in Themar Bild: EPA

Bis zuletzt wollte der Landkreis Hildburghausen verhindern, dass in Themar wieder das größte Neonazi-Festival Deutschlands stattfindet – und scheiterte vor Gericht. Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde ein Journalist verletzt.

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          Bei einem Konzert rechtsradikaler und rechtsextremer Bands im südthüringischen Themar ist ein Journalist angegriffen worden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, sei ein 33 Jahre alter Festival-Besucher am späten Freitagabend zum Pressebereich auf dem Veranstaltungsgelände gekommen und habe einem 27 Jahre alten Journalisten ins Gesicht geschlagen.

          Angaben zum Motiv des Täters oder den Hintergründen des Vorfalls konnte die Polizei am Samstag nicht machen. Einer Sprecherin zufolge ist die Identität des mutmaßlichen Täters bekannt. Der Journalist sei leicht verletzt worden. Ermittlungen wegen Körperverletzung liefen.

          Seit Beginn des Festivals am Freitag hat die Polizei 44 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten registriert. In mehr als 20 Fällen seien Verstöße wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen worden, teilte die Polizei mit. Bereits in der Nacht zu Samstag sollen Besucher der Konzerte den Hitlergruß gezeigt haben. Die Polizei ermittelt hier demnach bisher in fünf Fällen.

          Die Polizei zählte am Samstag 1.350 Teilnehmer, der Verfassungsschutz hatte zuvor mit etwa 1500 Teilnehmern gerechnet. Im Vorjahr waren noch rund 6000 Neonazis der als politische Versammlung angemeldeten Veranstaltung gefolgt. Zu den Gegenprotesten kamen am frühen Nachmittag rund 300 Menschen, wie ein Sprecher der „Mobilen Beratung in Thüringen“ auf Anfrage sagte.

          In diesem Jahr hatte der Landkreis Hildburghausen zunächst erfolgreich die Genehmigung für das Neonazi-Konzert verwehrt, weil seltene Vogelarten in der Nähe des Veranstaltungsgeländes brüten. Doch der Veranstalter wehrte sich vor Gericht.

          Striktes Alkoholverbot gekippt

          Am Mittwoch wies das Oberverwaltungsgericht Weimar eine am gleichen Tag eingelegte Beschwerde des Landkreises endgültig zurück, auch weil der Landkreis bereits Auflagen für die Veranstaltung verfügt habe. Für den Landkreis wiederum war diese Argumentation nur „schwer nachvollziehbar“, die Auflagen seien lediglich unter Vorbehalt gestellt worden.

          Am Freitag kippte auch noch das Verwaltungsgericht Meiningen einen Teil der Auflagen, darunter das strikte Alkoholverbot sowie die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf maximal 1000 Menschen. Alkohol ist bei der Veranstaltung nun ab 20 Uhr erlaubt. Landrat Thomas Müller (CDU) zeigte sich enttäuscht. „Man lässt uns im Stich“, sagte er am Freitag.

          Wie im Vorjahr haben auch diesmal Politiker, Kirchen und zivilgesellschaftliche Organisationen Widerstand angekündigt. Mit einem Friedensgebet und „Tagen der Weltoffenheit“ wollen sie am Wochenende gegen die Neonazi-Veranstaltung protestieren. Dazu zählt auch ein Mahngang mit 193 weißen Holzkreuzen, die symbolisch für die Menschen stehen, die seit 1990 Opfer rechtsextremistisch motivierter Gewalt wurden.

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