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Kanzlerin in Heidenau : „Danke denen, die Hass zu ertragen haben“

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Deutschland werde diese Herausforderung meistern, betonte Gauck. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe dieses Land - „bettelarm und zerstört“ - eine viel größere Herausforderung bewältigt. Die Politik müsse der Bevölkerung vermitteln, dass sie nicht ihren Ängsten folgen, sondern der Gesellschaft das zutrauen solle.

Unterdessen hat das Bundeskabinett hat eine Verdoppelung der diesjährigen finanziellen Unterstützung des Bundes bei der Flüchtlingsversorgung beschlossen. Die Länder sollen 2015 insgesamt eine Milliarde Euro erhalten.  Merkel hatte dies den Ländern schon bereits bei einem Treffen im Juni zugesagt.

Weitere Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte

Unterdessen hat ein weiterer Brandanschlag auf eine für Flüchtlinge vorgesehene Unterkunft in Leipzig hat für Entsetzen gesorgt. Der Oberbürgermeister der sächsischen Stadt, Burkhard Jung (SPD), verurteilte die Tat am Mittwoch scharf. „Wir haben es hier mit einem feigen Anschlag zu tun von Menschen, die keine Menschlichkeit kennen.“

Nach Angaben der Leipziger Polizei hatte ein Vermummter in der Nacht einen Brandsatz durch das geöffnete Fenster eines Hauses im Stadtteil Stötteritz geworfen, in das voraussichtlich am Mittwoch 56 Asylbewerber einziehen sollten.

Der Schaden bei dem Brandanschlag war nach Angaben des mit den Ermittlungen betrauten Operationen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei gering. Ein Augenzeuge habe das Geschehen beobachtet und sehr schnell die Feuerwehr alarmiert. Daher habe nur eine Matratze in dem Zimmer hinter dem Fenster gebrannt.

Leipzigs Oberbürgermeister Jung betonte, dass die Stadt nach etwaigen Reparaturen Flüchtlinge trotz des Anschlags dort unterbringen werde. „Selbstverständlich werden in dem Haus Flüchtlinge einziehen, sobald der Schaden behoben ist“, erklärte das Stadtoberhaupt.

Zwischenfall in Parchim

In Parchim in Mecklenburg-Vorpommern drangen am Dienstagabend nach Polizeiangaben zwei mit einem Messer bewaffnete Betrunkene auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft vor. Sie flüchteten, nachdem Bewohner sie bemerkt und die Sicherheitsleute der Einrichtung alarmiert hatten.

Die genauen Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Nach Angaben der Polizei hatte einer der Männer ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge bei sich. Beide waren demnach erheblich alkoholisiert, bei einem Test wurde ein Alkoholwert von mehr als zwei Promille festgestellt.

Wie ein Polizeisprecher Rockstock weiter mitteilte, stammen der 29- und der 31-Jährige aus der Gegend und sind nicht als Mitglieder der rechten Szene bekannt. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund ihrer Tat sei aber nicht auszuschließen. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf, gegen die beiden Männer wurden bereits Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs sowie eines Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Erst in der Nacht zu Dienstag war im brandenburgischen Nauen eine als Notquartier für Flüchtlinge vorgesehen Turnhalle abgebrannt, die Polizei geht auch dort von Brandstiftung aus. In Mecklenburg-Vorpommern nahm die Polizei am Dienstag zwei Männer fest, die im Oktober 2014 ein bereits bewohntes Flüchtlingswohnhaus in Groß Lüsewitz im Landkreis Rostock mit Brandsätzen beworfen haben sollen. Ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen.

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