https://www.faz.net/-gpf-15je9

Jesuitenschulen : Anwältin: Bundesweit rund 100 Opfer von Missbrauch

  • Aktualisiert am

Das Jesuitengymnasium Canisius-Kolleg in Berlin-Tiergarten Bild: ddp

Im Missbrauchsskandal an Jesuiten-Schulen in Deutschland haben sich mittlerweile mehr als 100 Opfer gemeldet, sagte die vom Jesuiten-Orden mit der Untersuchung der Vorwürfe beauftragte Rechtsanwältin Ursula Raue. Alle Taten liegen 35 bis 50 Jahre zurück.

          1 Min.

          Nach Angaben der Berliner Rechtsanwältin Ursula Raue haben sich bei ihr oder beim Canisius-Kolleg inzwischen rund 100 Opfer von sexuellem Missbrauch gemeldet. Raue hob hervor, dass es sich dabei auch um Schüler anderer Jesuiten-Schulen in Deutschland handele. Auch aus dem Bistum Hildesheim wurden weitere verjährte Fälle gemeldet.

          Viele hätten sich an die beiden Stellen in der Hauptstadt gemeldet, weil der Rektor des Kollegs vor zwei Wochen Missbrauchsfälle öffentlich gemacht habe. Raue kündigte an, genaue Zahlen im Laufe dieser Woche in einem Zwischenbericht zu veröffentlichen. Sie arbeitet im Auftrag der Jesuiten, aber unabhängig von der Ordensleitung an einer Aufklärung.

          Alle Fällen liegen Jahrzehnte zurück

          Derweil teilte das Bistum Hildesheim mit, neue Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche erhalten zu haben. Dabei geht es überwiegend um Beschuldigungen gegen die drei Jesuiten, die im Mittelpunkt des Skandals stehen. Bis auf einen lägen alle neu gemeldeten Fälle 35 bis 50 Jahre zurück. Bischof Norbert Trelle hatte in einem am 7. Februar in allen Gottesdiensten verlesenen Brief mögliche Opfer aufgerufen, sich zu melden. Nach diesem Aufruf seien die meisten Hinweise erfolgt.

          Die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) drängt auf mehr Rechte für die Opfer von Missbrauch. Lange zurückliegende Taten sollten deutlich später verjähren als bisher, sagte Merk der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). Bei sexuellem Missbrauch von Kindern sei eine Verlängerung der strafrechtlichen Verjährungsfrist auf 30 Jahre „unabdingbar“. Merk plädierte zudem dafür, die Frist wie im Zivilrecht erst ab dem 21. Lebensjahr des Opfers beginnen zu lassen. Die Opfer sollten zivilrechtliche Schadensersatzansprüche auch länger einklagen können.

          Weitere Themen

          Trump will Nahost-Friedensplan vorstellen

          Bis kommenden Dienstag : Trump will Nahost-Friedensplan vorstellen

          Vor der dritten Parlamentswahl in einem Jahr in Israel lädt Donald Trump Benjamin Netanjahu und seinen Herausforderer Benny Gantz nach Washington ein. Noch vor dem Treffen will Amerikas Präsident seinen Friedensplan für Nahost vorstellen.

          „Hier steht das Original“

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.

          Topmeldungen

          Im Bahnhof der Stadt Hangzhou werden ankommende Passagiere aus Wuhan mit Infrarot-Thermometern untersucht.

          Coronavirus : Zahl der Toten auf 25 gestiegen

          Auch die Anzahl der Infizierten ist mit insgesamt über 800 Fällen seit gestern noch einmal deutlich angestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation sieht dennoch bislang keinen internationalen Gesundheitsnotstand.
          Gefeiert wie ein Popstar: Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend in Wien.

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.